[Home] [Kann man Glauben messen?] [Die Imitationskirche] [Verschiedenes]

[Home]>[Verschiedenes]>[10. Watchman Nee: Das normale christliche Kirchenleben]>[6. Die Arbeit und die Kirchen]

Zur vorige Webpage:      5. Die Grundlage von Einheit und Teilung
Zum Ende dieser Webpage: Ende
Zur nächste Webpage:     7. Unter den Arbeitern

 

Das normale christliche Kirchenleben

Watchman Nee

 

Zur Seite
73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84

 

^ Seite 73

6. Die Arbeit und die Kirchen

 

Die Apostel und die Kirchen

Bezüglich der universellen Kirche, brachte Gott sie zuerst ins Dasein und danach setzte er Apostel ein, ihr zu dienen (1Kor 12,28), doch bezüglich der lokalen Kirchen war die Ordnung recht anders. Die Ernennung der Apostel ging der Gründung der lokalen Kirchen voran. Unser Herr stellte zuerst die zwölf Apostel in den Dienst, und danach entstand die Kirche in Jerusalem. Der heilige Geist rief zuerst zwei Apostel – Paulus und Barnabas – zu der Arbeit, und danach sprangen eine Anzahl von Kirchen an verschiedenen Orten ins Dasein. Es ist somit klar, daß der apostolische Dienst der Existenz der lokalen Kirchen vorangeht, und folglich ist es offensichtlich, daß die Arbeit der Apostel nicht zu den lokalen Kirchen gehört.

Wie wir schon bemerkt haben, sagte der heilige Geist, "Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe." Der Dienst, der dem Aussondern der Apostel folgte, von dem wir im Allgemeinen als ihre Missionskampagnen sprechen, erwähnt der heilige Geist als "das Werk." "Das Werk" war der Gegenstand des Rufes des Geistes, und all das, was vollbracht wurde von Paulus und seinen Partnern in Tagen danach, all das, wofür sie verantwortlich waren, war eingeschlossen in diesem einen Ausdruck, "das Werk." (Der Ausdruck "das Werk" wird in diesem Buch in einem besonderen Sinn benutzt, und steht im Zusammenhang mit allem, das in den Missionarsanstrengungen der Apostel eingeschlossen ist.)

Wir müssen klar unterscheiden zwischen der Arbeit und den Kirchen. Diese beiden sind recht verschieden in der Schrift, und wir müssen vermeiden, sie zu verwechseln, sonst werden wir ernsthafte Fehler machen und die Auswirkung von Gottes Zweck wird behindert werden. Das Wort "Werk" wird nicht oft benutzt in dem besonderen Sinn, in dem es hier eingesetzt ist, mit dem Ergebnis, daß wir ihm wenig Beachtung geschenkt haben. Doch der Geist

 

^ Seite 74

hat den Ausdruck auf eine einschließende Art benutzt, um all das abzudecken, das im Zusammenhang mit dem Zweck der apostolischen Berufung stand.

Da es die Arbeit der Apostel ist, das Evangelium zu predigen und Kirchen zu gründen, nicht Verantwortung zu übernehmen in den bereits geschaffenen Kirchen, ist ihr Amt nicht ein Kirchenamt. Im Willen Gottes folgen "die Kirche" und "das Werk" zwei verschiedenen Linien.

Das Werk gehört zu den Aposteln, während die Kirchen zu den lokalen Gläubigen gehören. Die Apostel sind an jedem Ort verantwortlich für das Werk, und die Kirche ist für alle Kinder Gottes in einer Lokalität verantwortlich. Als Mitglieder des Leibes treffen sich die Apostel mit ihren Mitgliederkollegen in der Lokalität zur gegenseitigen Erbauung, doch als dienende Mitglieder des Leibes ist ihr besonderer Dienst eine Gruppe von Arbeitern getrennt von der Kirche. Es ist verkehrt für die Apostel, sich in die Angelegenheiten der Kirche einzumischen, doch ist es ebenso verkehrt für die Kirche, sich in die Angelegenheiten der Arbeit der Apostel einzumischen. Die Apostel leiten das Werk; die Ältesten leiten die Kirche.

Der Grund warum Gott Apostel rief, und sie mit der Arbeit betraute, ist, weil er den lokalen Charakter der Kirche zu bewahren wünschte. Wenn irgendeine Kirche über Arbeit in einer andere Lokalität Kontrolle ausübt, wird sie sofort extra-lokal, und verliert dabei ihr besonderes charakteristisches Merkmal als eine Kirche. Die Verantwortung der Arbeit in verschiedenen Orten ist den Aposteln anvertraut, deren Sphäre sich über die Lokalität hinaus ausdehnt. Die Verantwortung der Kirche ist den Ältesten anvertraut, deren Sphäre auf die Lokalität beschränkt ist. Ein Ältester der Epheser ist ein Ältester in Ephesus, doch er hört auf einer zu sein, wenn er nach Philippi kommt, und umgekehrt. Ältestenschaft begrenzt sich auf Lokalität. Als Paulus in Milet war, wünschte er, die vertretenden Mitglieder der Kirche in Ephesus zu sehen. So ließ er die Ältesten der Epheser holen, doch wurde keine Bitte an die Apostel der Epheser gesandt, aus dem einfachen Grund, daß es da keinen gab. Die Apostel gehören zu verschiedenen Orten, nicht zu einem Ort allein, während die Sphäre der Ältesten streng lokal ist, aus welchem Grund sie keine offizielle Verantwortung über den Ort, wo sie wohnen, hinaus übernehmen. Wann immer die Kirche versucht die Arbeit zu kontrollieren, verliert sie den lokalen Charakter. Wann immer ein Apostel versucht eine Kirche zu kontrollieren, verliert er seinen extra-lokalen Charakter.


Verantwortung – geistig und offiziell

Gerade so wie die Apostel geistige, aber keine offizielle Verantwortung haben bezüglich der Kirche, so haben die Ältesten, und die ganze Kirche, geistige, aber keine offizielle Verantwortung bezüglich der Arbeit. Es ist lobenswert, wenn eine lokale Kirche bei der Arbeit der Apostel zu helfen sucht, sie ist jedoch unter keiner Verpflichtung es zu tun. Da gibt es einen riesigen Unterschied zwischen geistiger und offizieller Verantwortung. In der Angelegenheit der offiziellen Verantwortung gibt es gewisse vorgeschriebene Pflichten, doch in der Angelegenheit geistiger Verantwortung gibt es da keine legalen Verpflichtungen;

 

^ Seite 75

deshalb zählt jede Vernachlässigung der Verantwortung nicht als eine offizielle Unzulänglichkeit, es trägt jedoch einen niedrigen geistigen Zustand zur Schau. Aus einem offiziellen Gesichtspunkt, ruht die Verantwortung der Arbeit auf den Aposteln. Wenn die Kirche in geistiger Verantwortung versagt, mögen die Apostel Schwierigkeiten haben, die sie nicht haben sollten, und die Kirche wird geistig leiden. Andererseits ruht die Verantwortung der Kirche offiziell auf den Ältesten; deshalb sollten die Apostel nichts auf sich nehmen, dort irgendetwas direkt zu tun. Sie mögen und sollten der Kirche durch ihren Rat und Ermahnungen helfen. Wenn die lokalen Gläubigen geistig sind, werden sie gerne solche Hilfe empfangen, sollten sie jedoch nicht geistig sein und folglich die dargebotene Hilfe der Apostel zurückweisen, ist ihr Scheitern geistig, und nicht offiziell, und die Apostel haben keine Wahl, als sie ihrer eigenen Mittel zu überlassen.


Vertreter des Dienstes des Leibes – Einzelne, nicht Kirchen

Da gibt es einen eindeutigen göttlichen Grund für die Tatsache, daß die Arbeit individuellen Aposteln anvertraut wurde, und nicht lokalen Kirchen. Doch bevor wir uns da hineinbegeben, laßt uns den grundsätzlichen Unterschied zwischen den Aktivitäten einer Kirche als ein Leib und den Aktivitäten eines Bruders als ein Einzelner untersuchen. Es mag für einen Bruder (oder für mehrere Brüder) richtig sein, Geschäftsmann zu werden, doch würde es ganz verkehrt sein, für eine Kirche es zu tun. Es mag durchaus in Ordnung sein, für einen oder mehrere Brüder ein Restaurant oder ein Hotel zu eröffnen, doch das würde nicht für eine Kirche in Ordnung sein. Was vollkommen im Falle eines Bruders als Einzelner zulässig sein mag, ist nicht notwendigerweise zulässig im Falle einer Kirche als einer Gesellschaft. Das Geschäft der Kirchen besteht in der gemeinsamen Sorge für ihre verschiedenen Mitglieder, solche wie das Benehmen in Versammlungen zum Brot brechen, für das Praktizieren geistiger Gaben, für das Studium des Wortes, für Gebet, für Gemeinsamkeit und das Predigen des Evangeliums. Die Arbeit geht über die Sphäre jeder Kirche als eine Körperschaft hinaus; sie ist die Verantwortung von Einzelnen, obwohl nicht von Einzelnen als solche.

Da gibt es keinen schriftmäßigen Präzedenzfall für solche Arbeit durch eine Kirche unternommen zu sein, wie zum Beispiel, Krankenhäuser, oder Schulen, oder sogar so etwas wie auf mehr eindeutig geistiger Ebene, solche wie ausländische Missionen. Es ist vollkommen in Ordnung für ein oder mehrere Mitglieder einer Kirche ein Krankenhaus zu führen oder eine Schule oder für eine Missionsarbeit verantwortlich zu sein, doch nicht für eine Kirche als ein Ganzes. Ein Kirche besteht zum Zweck gemeinsamer Hilfe an einem Ort, nicht zum Zweck Verantwortung in verschiedenen Orten zu tragen. Gemäß dem Worte Gottes, ist all die Arbeit die persönliche Angelegenheit einzelner von Gott gerufenen und beauftragten Brüder, als Mitglieder des Leibes, und nicht die Angelegenheit irgendeiner Kirche als ein Leib. Die Verantwortung der Arbeit wird immer von einem oder mehreren Einzelnen getragen.

 

^ Seite 76

Der wichtige zu bemerkende Punkt ist, daß der Leib von Christus, in seinem Dienst-Aspekt, nicht durch lokale Kirchen vertreten ist, sonder durch Einzelne, die die von Gott seiner Kirche gegebenen Gaben sind. Eine lokale Kirche ist angesichts des Dienstes nicht erwählt von Gott, den Leib zu vertreten. Wenn Gott wünscht, daß irgendwelche Vertreter des Leibes seinen Dienst zum Ausdruck bringen sollen, wählt er gewisse Einzelne, die die fungierenden Mitglieder sind, diesen Leib zu vertreten. Die ganze Sache ist klar im letzten Teil von 1Kor 12.

Es war niemals der Gedanke Gottes, daß seine Arbeit auf irgendeiner anderen Grundlage getan werden sollte, als der des Leibes, weil sie eigentlich die natürliche Funktion des Leibes von Christus ist. Es ist die Aktivität, unter der Führung des Hauptes, solcher Mitglieder, die besondere Fähigkeiten besitzen. Die lokale Kirche vertritt den Leib in seinem Lebens-Aspekt, und die fungierenden Mitglieder vertreten den Leib in seinem Dienst-Aspekt. Die lokale Kirche ist berufen, nicht so sehr den Dienst zu manifestieren, als das Leben des Leibes, während die Apostel, Propheten und Lehrer als solche berufen sind, nicht so sehr das Leben zu manifestieren, als den Dienst des Leibes.

Doch es soll klar verstanden werden, mit Einzelnen meinen wir nicht Einzelne als Individuen, sondern als fungierende Mitglieder, die den Leib repräsentieren. Gott hat niemals gebilligt, daß irgendjemand eine individualistische Linie in seiner Arbeit aufnimmt. Freie Mitarbeit, ohne angemessene Koordination mit anderen Mitgliedern des Leibes, ist niemals eine göttliche Methode der Arbeit gewesen. Dies kann nicht stark genug betont werden; noch kann es nicht stark genug betont werden, daß Gott in seiner Arbeit Einzelne benutzt, den Leib zu vertreten, nicht lokale Kirchen. Deshalb, während die Arbeit die Verantwortung von Einzelnen ist, ist es nicht das Geschäft von einfach irgendeinem Einzelnen, der sie aufnehmen möchte, sondern nur solcher, die berufen sind und ausgesendet sind von Gott und mit geistigen Gaben für die Aufgabe ausgerüstet sind.

Wenn unsere Arbeit die eines Apostels ist, muß sie klar von der lokalen Kirche unterschieden werden. Es mag einigen recht unwichtig erscheinen, daß eine Unterscheidung zwischen der Arbeit und der Kirche gemacht wird. Sie mögen meinen, es sei unerheblich, daß die Arbeit in den Händen einzelner Mitglieder ist, nicht der ganzen Kirche, und daß die Apostel nur für die Arbeit verantwortlich sind, nicht für die Kirche, doch das Prinzip ist ein schriftmäßiges Prinzip und seine Auswirkung ist von großer Wichtigkeit und hat enorme Wirkungen, wie wir bald sehen werden.


"Seine eigene Mietwohnung"

Die Kirche in Rom ist ein gutes Beispiel des Vorangegangenen. Bevor Paulus Rom besuchte, hatte er an die Kirche dort geschrieben und einen ernsten Wunsch ausgedrückt, sie zu sehen (Röm 1,10, 11). Von seinem Brief ist es offensichtlich, daß die Kirche in der City vor seiner Ankunft

 

^ Seite 77

gegründet war. Als er tatsächlich in Rom ankam, übergab die Kirche dort nicht die lokale Verantwortung an ihn, noch sagten sie (wie eine Kirche heute wahrscheinlich würde), "Da nun ein Apostel in unsere Mitte gekommen ist, muß er die Verantwortung übernehmen und unser Pastor sein." Wir finden anstatt diese erstaunliche Aufzeichnung im Wort, "Paulus blieb dann zwei volle Jahre in einer Wohnung, die er sich auf seine Kosten gemietet hatte, und durfte dort alle empfangen, die ihn besuchen wollten. Er verkündigte das Königreich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit aller Offenheit und ohne jedes Hindernis." (Apg 28,30 31, Albrecht). Warum lebte Paulus in "seiner eigenen Mietwohnung" und predigte und lehrte von dort und nicht von der bereits existierenden Kirche? Warum sollte er nicht gepredigt und gelehrt haben in Verbindung mit der Kirche? Das Wort gibt nicht den Grund, warum Paulus ein Haus mietete und predigte und lehrte, es bemerkt nur die Tatsache. Die Tatsache ist, daß er ein Haus mietete und dort predigte und lehrte, und diese Tatsache ist genug für unsere Führung. Weiter, Gott hat es klar gemacht, daß er unter keiner Notwendigkeit war, so zu handeln. Kein Druck was auch immer wurde aus ihn ausgeübt, denn er handelte "mit aller Offenheit und ohne jedes Hindernis."

Was ist dann die Bedeutung des gemieteten Hauses? Wir müssen uns an die göttliche Wirtschaftlichkeit von Worten in der Schrift erinnern, und wir müssen erkennen, daß weder das Ereignis noch die Aufzeichnung unbeabsichtigt waren. Alles das dort geschrieben ist, ist geschrieben für unser Lernen, und sogar eine scheinbar beiläufige Bemerkung mag eine wertvolle Lektion entfalten. Zudem ist dieses Buch das Buch der Taten der Apostel, die sich unter der direkten Führung des heiligen Geistes bewegten, die in Frage kommende Aufzeichnung ist somit auch eine Tat der Apostel und ist deshalb nicht ein Zufallsgeschehen, sondern eine Tat unter der Führung des heiligen Geistes. Hier haben wir in zwei kurzen Sätzen ein wichtiges Prinzip, nämlich, daß die apostolische Arbeit und die lokale Kirche recht verschieden sind. Eine Kirche war in Rom bereits gegründet, die Mitglieder müssen also mindestens einen Versammlungsort gehabt haben, sie baten aber Paulus nicht, die Kontrolle über die lokale Kirche zu übernehmen, noch machten sie ihren Ort der Versammlung zu dem Zentrum von Paulus Arbeit.

Jeder Apostel muß lernen, in "seiner eigenen gemieteten Wohnung" zu leben und damit als seinem Zentrum zu arbeiten und die Verantwortung für die lokale Kirche den lokalen Brüdern überlassen. Die Arbeit für Gott gehört zu den Arbeitern, doch die Kirche Gottes gehört zu der Lokalität. Die Arbeit bewegt sich; die Kirche ist stationär. Wenn Gott anzeigt, daß ein Apostel umziehen sollte, zieht seine Arbeit mit ihm um, doch die Kirche bleibt. Als Paulus daran dachte, Korinth zu verlassen, zeigte ihm der Herr, daß er weiteren Dienst für ihn in der City hatte, somit blieb Paulus achtzehn Monate – nicht dauernd. Als Paulus von Korinth weg ging, ging seine Arbeit, doch die Kirche in Korinth blieb, obwohl die Früchte seiner Arbeit in der Kirche zurückgelassen wurden. Eine Kirche sollte nicht von den Bewegungen ihrer Arbeiter

 

^ Seite 78

beeinflußt sein. Ob sie anwesend sind oder abwesend, die Kirche sollte festen Schrittes vorwärts gehen.

Die Arbeit der Apostel und die Arbeit der lokalen Kirche läuft parallel; sie nähern sich nicht an. Wenn die Apostel an irgendeinem Ort arbeiten, geht die Arbeit Seite und Seite weiter mit der Arbeit der Kirche. Die zwei fallen niemals zusammen, noch kann eine jemals ein Ersatz für die andere sein. Beim Verlassen eines Ortes sollte ein Apostel all Früchte seiner Arbeit der lokalen Kirche aushändigen.

Das Prinzip von Paulus in seinem eigenen gemieteten Haus zu wohnen, zeigt klar, daß die Arbeit der Kirche unberührt von der Anwesenheit oder Abwesenheit eines Apostels ist. Nach Paulus Ankunft in Rom fuhr die Arbeit der Kirche fort wie zuvor, unabhängig von ihm. Da sie von ihm abhängig war weder für ihren Ursprung oder ihre Fortdauer, würde sie unberührt sein bei seiner Abreise.

Angenommen wir gehen nach Kweiyang zu arbeiten, was sollte unser Verfahren sein? Bei der Ankunft in Kweiyang leben wir entweder in einem Gasthof, oder mieten einem Raum, und wir fangen an das Evangelium zu predigen. Wenn Menschen gerettet werden, was sollen wir tun? Wir müssen sie ermutigen, das Wort zu lesen, zu beten, zu geben, zu zeugen und sich für Gemeinschaft und Dienst zu versammeln. Einer der tragischen Fehler der vergangenen Hundert Jahre der ausländischen Missionen in China ist, daß nachdem ein Arbeiter Menschen zu Christus geführt hat, er einen Ort vorbereitete und sie einlud, dort zu Versammlungen zu kommen, anstatt sie zu ermutigen, sich selbst zu versammeln. Anstrengungen sind gemacht worden, die jungen Gläubigen zu ermutigen, das Wort selbst zu lesen, selbst zu beten, selbst zu zeugen, doch niemals sich selbst zu versammeln. Arbeiter denken niemals, für sie zu lesen, zu beten und zu zeugen, doch sehen sie keinen Schaden darin, Versammlungen für sie einzurichten. Wir müssen den neuen Bekehrten zeigen, daß solche Pflichten wie lesen, beten, zeugen, geben, und zusammenzukommen, die minimalen Anforderungen an Christen sind. Wir sollten ihnen lehren, ihre eigenen Versammlungen zu haben, in ihrem eigenen Versammlungsort. Laßt uns zu ihnen sagen, "Genauso wie wir für euch nicht das Wort lesen können oder beten oder zeugen, so können wir nicht die Verantwortung übernehmen, einen Versammlungsort für euch vorzubereiten und eure Versammlungen zu leiten. Eure Versammlungen sind eure Verantwortung, und eine regelmäßige Versammlung von euch selbst ist eine eurer Hauptpflichten und eins eurer Hauptvorrechte."

Wie für uns selbst, während wir weiterarbeiten und unsere Arbeit getrennt halten von der Arbeit der Kirche, müssen wir gehen und Gemeinschaft haben mit den Gläubigen in ihren verschiedenen lokalen Versammlungen. Wir müssen gehen und Brot mit ihnen brechen, sich ihnen zugesellen in der Übung von geistigen Gaben, und an ihren Gebetstreffen teilnehmen. Wenn es da keine Kirche gibt an dem Ort, zu dem uns Gott geschickt hat, sind wir nur Arbeiter dort, doch so bald da eine lokale Kirche ist, sind wir Brüder

 

^ Seite 79

sowohl als auch Arbeiter. In unserer Eigenschaft als Arbeiter können wir keine Verantwortung in der lokalen Kirche übernehmen, doch in unserer Eigenschaft als lokale Brüder gehen wir und treffen uns mit all den Mitgliedern der Kirche als ihre Mitgliederkollegen.

Sobald dort eine lokale Kirche ist an dem Ort unserer Arbeiten, werden wir automatisch Mitglieder. Hier ist der Hauptpunkt zu bemerken in dem Verhältnis zwischen der Kirche und der Arbeit – der Arbeiter muß es den Gläubigen überlassen, ihre eigenen Versammlungen in ihren eigene Versammlungsorten in die Wege zu leiten und durchzuführen, und dann muß er zu ihnen gehen und an ihren Versammlungen teilnehmen und nicht sie bitten, zu ihm zu kommen und an seinen Versammlungen teilzunehmen. Sonst werden wir Siedler an einem Ort werden und unser Amt von Apostel zu Pastor wechseln und wenn wir schließlich gehen, werden wir einen Nachfolger zu finden brauchen, um die Kirchenarbeit fortzuführen. Wenn wir "Kirche" und "Arbeit" parallel halten und die zwei Linien sich nicht annähern lassen, werden wir finden, daß keine Anpassung in der Kirche benötigt wird, wenn wir weggehen, denn sie wird nicht einen "Pastor" verloren haben, sondern nur einen Bruder.

"Selbstregierung, Selbstunterstützung und Selbstverbreitung" ist nun der Slogan vieler Arbeiter für eine Anzahl von Jahren gewesen. Die Notwendigkeit, mit diesen Angelegenheiten fertig zu werden, ist entstanden, wegen der Verwirrung zwischen der Kirche und der Arbeit. In einer Mission, wenn Menschen gerettet werden, bereiten die Missionare eine Halle für sie vor, sorgen für Gebetstreffen und Bibelklassen, und einige gehen so weit, auch das Geschäft und die geistigen Angelegenheiten der Kirche zu leiten. Die Mission tut die Arbeit der lokalen Kirche! Deshalb ist es nicht überraschend, daß im Laufe der Zeit, Probleme im Zusammenhang mit Selbstregierung, Selbstunterstützung und Selbstverbreitung entstehen. Gläubige müssen selbst beten, selbst das Word studieren und sich selbst versammeln, nicht bloß zu einem Versammlungsort gehen, der von anderen vorbereitet ist und sich hinsetzen und anderen beim predigen zuhören. Zum Missionsgelände oder zur Missionshalle zu gehen, um das Wort zu hören, ist nicht geistiges versammeln, weil es in den Händen eines Missionars ist oder seiner Mission, nicht in den Händen der lokalen Kirche.


Die Ergebnisse der Arbeit

Wenn ein Diener Gottes einen neuen Ort erreicht, muß sein erstes Geschäft sein, eine lokale Kirche zu gründen, es sei denn da existiert schon eine, in welchem Fall sein Anliegen sein muß, der Kirche zu helfen. Das eine Ziel der Arbeit an jedem Ort ist der Aufbau der Kirche an dem Ort. Alle Frucht der Arbeit eines Arbeiters muß in den Zuwachs der Kirche gehen. Die Arbeit an jedem Ort existiert für die Kirche allein, nicht für sich selbst. Des Apostels Ziel ist, die Kirche aufzubauen, nicht seine Arbeit aufzubauen oder irgendeine Gruppe von Menschen, die ihn ausgesendet haben mögen.

 

^ Seite 80

Worin liegt das Scheitern von Missionen heute? Sie behalten das Ergebnis ihrer Arbeit in ihren eigenen Händen. Mit anderen Worten, sie haben ihre Bekehrten als Mitglieder ihrer Mission gezählt oder ihrer Missionskirche, anstatt sie in die lokale Kirche einzubauen oder sie ihr zu übergeben. Das Ergebnis ist, die Mission breitet sich dauernd aus und wird eine ziemlich imponierende Organisation, doch die lokalen Kirchen sind kaum zu finden. Und weil es da keine lokalen Kirchen gibt, muß die Mission Arbeiter zu verschiedenen Orten als "Pastoren" der verschiedenen Gesellschaften von Christen schicken. So Kirche ist nicht Kirche und Arbeit ist nicht Arbeit, sondern beide sind ein Sammelsurium der zwei.


Zwei Linien der Arbeit

Ein Apostel sollte gehen und an einem gewissen Ort arbeiten, wenn die lokale Kirche ihn einlädt, oder wenn er selbst eine Offenbarung vom Herrn empfangen hat, dort zu arbeiten. Im letzteren Fall, wenn da eine Kirche am Ort ist, kann er schreiben und ihnen sein Kommen ankündigen, genauso wie Paulus die Kirchen in Korinth und in Rom benachrichtigte. Dieses sind die zwei Linien, die die Arbeit eines Apostels regeln – er muß entweder eine direkte Offenbarung von Gottes Willen haben, oder eine indirekte Offenbarung durch die Einladung einer Kirche.

Wo immer ein Apostel hingeht, er muß lernen, seine eigene Verantwortung zu tragen und seine eigene gemietete Wohnung zu haben. Es mag in Ordnung sein, an einem Platz zu arbeiten, als Gast der lokalen Kirche lebend, doch würde es nicht in Ordnung sein, sich aufzudrängen, ihre Gastfreundschaft über eine ausgedehnte Zeit auszunutzen. Wenn ein Arbeiter erwartet, eine längere Zeit an einem Ort zu wohnen, dann muß er sein eigenes Arbeitszentrum haben, und er muß nicht nur seine eigenen persönlichen Verantwortungen tragen, sonder auch alle Verantwortungen im Zusammenhang mit der Arbeit. Eine lokale Kirche muß die ganze Verantwortung für ihre eigene Arbeit tragen, und so muß der Arbeiter für seine. Natürlich, wenn die Kirche geistig ist, werden ihre Mitglieder ihre geistige Verantwortung erkennen und werden gewillt sein, in materieller Art zu helfen, damit die Arbeit Gottes fortschreiten mag, doch sollte der Arbeiter nichts für selbstverständlich halten.

Wenn ein Apostel an einen Ort kommt, wo eine lokale Kirche bereits existiert, muß er niemals vergessen, daß keine Kirchenautorität bei ihm liegt. Sollte er wünschen, an einem Platz zu arbeiten, wo die lokale Kirche ihn nicht zu haben wünscht, dann ist alles, was er tun kann, zu einem anderen Platz überzugehen. Die Kirche hat volle Autorität einen Arbeiter entweder zu empfangen oder zurückzuweisen. Sollte sogar der in Frage kommende Arbeiter von Gott benutzt worden sein, genau diese Kirche gegründet zu haben, die ihn zurückweist, kann er auf keinen Fall deswegen in der Kirche Anspruch auf Autorität erheben.

Sollte er unverkennbar wissen, daß God ihn geführt hat, an dem Ort zu arbeiten, doch die lokale Kirche weigert sich, ihn zu willkommen, wenn sie an ihrer Einstellung festhalten, dann muß er dem Gebot Gottes gehorchen

 

^ Seite 81

und gehen und dort arbeiten trotz ihnen. Er muß jedoch nicht Gläubige um sich sammeln, noch muß er auf keinen Fall eine getrennte Kirche bilden. Sogar wenn die lokale Kirche sich weigerte ihn zu empfangen, und seine Arbeit mußte ohne ihre Sympathie und Kooperation getan werden oder sogar trotz ihrer Opposition, müssen doch alle Ergebnisse seiner Arbeit dieser Kirche beigesteuert werden. Das einzige Ziel aller Arbeit für Gott ist die Zunahme und der Aufbau der lokalen Kirche. Wenn sie den Arbeiter willkommen, geht das Ergebnis seiner Arbeiten zu ihnen; wenn sie ihn zurückweisen, geht sie nichtsdestotrotz zu ihnen.

Wenn wir wahrlich von Gott geleitet sind, können wir sicherlich Gott vertrauen, Türen für uns zu öffnen. Wenn eine Kirche uns empfängt, laßt uns ihn loben; wenn nicht, laßt uns zuversichtlich zu ihm sehen, geschlossene Türen für den Empfang solcher Wahrheiten aufzuschließen. Wenn Gott selbst nicht die Hindernisse in unseren Umständen entfernt, dann müssen wir still bleiben, wo wir sind, und nicht Zuflucht zu natürlichen Mitteln nehmen, die gewiss Verwüstung in der Kirche Gottes anrichten werden.


Die besonderen Dienste des Wortes

Alle Diener Gottes sind mit dem Dienst des Aufbaus des Leibes von Christus beschäftigt, doch daraus folgt nicht, daß alle Dienste die gleichen sind. Jeder einzelne hat eine andere Art des Dienstes. Immer wieder hat Gott einen neuen Zeugen erhoben, oder eine Gruppe von Zeugen, und ihnen frisches Licht von seinem Wort gegeben, damit sie ein besonderes Zeugnis für ihn, in der besonderen Zeit und in den besonderen Umständen in denen sie leben, tragen konnten. Jeder solcher Dienst ist neu und besonders und ist von großem Wert für die Kirche, doch wir müssen uns gut daran erinnern, daß wenn Gott einen besonderen Dienst, der im Zusammenhang steht mit gewissen Wahrheiten, irgendeinem Menschen anvertraut, muß er nicht seinen besonderen Dienst oder seine besondere Art der Wahrheit, die Grundlage einer neuen "Kirche" machen. Keine getrennte "Kirche" muß gebildet werden, um eine gesonderte Wahrheit zu tragen. Die Arbeit Gottes billigt nicht die Gründung einer Kirche für die Verbreitung irgendeiner besonderen Art der Lehre. Sie kennt nur eine Art der Kirche – die lokale Kirche.

Wenn ein besonderer Dienst von Gott errichtet worden ist, ein besonderes Bedürfnis in seiner Kirche zu decken, was sollte die Einstellung des Dieners sein? Wann immer eine neue Wahrheit verkündet wird, wird sie neue Anhänger haben. Der Arbeiter, dem Gott frisches Licht auf seine Wahrheit gegeben hat, sollte alle ermutigen, die diese Wahrheit erhalten, die Reihen der lokalen Kirche anschwellen zu lassen und sich nicht um ihn zu scharen. Sonst werden die Kirchen Anstalten machen, dem Dienst zu dienen, nicht der Dienst der Kirche, und die gegründeten "Kirchen" werden "dienstliche Kirchen" sein, nicht lokale. Die Sphäre einer Kirche ist nicht die Sphäre von irgendeinem Dienst, sondern die Sphäre der Lokalität. Wo immer Dienst der Grund gemacht wird eine Kirche zu bilden, dort hat man den Anfang einer neuen Konfession.

 

^ Seite 82

Wenn der Herr sein Kommen verzögert und seine Diener wahr zu ihm bleiben, wird er sicherlich neue Dienste im Wort erheben. Er wird besondere Wahrheiten entstehen lassen, um die besonderen Bedürfnisse seiner Kinder zu decken. Einige der Hörer werden die Wahrheiten in Frage stellen, andere sie zurückweisen und andere verurteilen, während solche sein werden, die freudig reagieren. Was sollte die Einstellung der Diener Gottes sein? Sie müssen in ihrem eigenen Denken völlig überzeugt sein, daß es da nur eine Kirche an einem Ort geben kann, und daß alle Wahrheit für die Bereicherung dieser Kirche ist. Wenn in der lokalen Kirche eine Anzahl von Menschen ihre Lehre aufnimmt, dann müssen sie doch dort bleiben. In der lokalen Kirche muß keine spaltende Arbeit getan werden. Solche die die Wahrheit empfangen, mögen ihre geistige Lehre und geistige Kraft benutzen, ihre Mitgliedskollegen zu helfen, doch müssen sie keine spalterischen Methoden benutzen, die Wahrheit zu unterstützen, die sie umarmt haben. Wenn wir immer daran denken, daß die Kirchen Gottes nur auf der Grundlage der Lokalität gebildet sind, wird viel Teilung unter den Kindern Gottes vermieden werden.

Laßt mich das Verhältnis zwischen verschiedenen Diensten und verschiedenen lokalen Kirchen veranschaulichen. Ein Mann ist ein Florist, ein anderer ein Lebensmittelhändler. Die offensichtlichste Art ihr Geschäft auszuweiten, ist, Filialen in verschieden Distrikten zu gründen. Der Florist öffnet Filial-Läden, um Blumen zu verkaufen, und der Lebensmittelhändler öffnet Filial-Läden, um Lebensmittel zu verkaufen. Dies ist genau so wie verschiedene Dienste versuchen, "Kirchen" gemäß ihres Dienens zu gründen. Gottes Plan für seine Kirche ist von einer recht anderen Art. Es ist nicht, daß der Lebensmittelhändler und der Florist jeder versucht so viele Filialen zu eröffnen wie sie können, um ihre entsprechenden Waren zu verkaufen, sondern daß der Lebensmittelhändler oder der Florist, wenn an einem Platz angekommen, ein Kaufhaus eröffnet, und nachdem es ordnungsgemäß errichtet ist, steuert er ihm seine Waren bei, und andere Einzelhändler, die ankommen, steuern ihre Waren dem gleichen Geschäft bei. Ein Kaufhaus handelt nicht nur mit eine Art von Waren, es hat verschiedenen Warenbestand. Der Gedanke Gottes ist nicht, daß wir Florist-Filial-Geschäfte oder Lebensmittel-Filial-Geschäfte aufmachen sollten, oder Läden, die auf andere Art spezialisiert sind, sondern Kaufhäuser. Sein Plan ist, daß seine Diener einfach eine lokale Kirche gründen sollten, und dann ihre verschiedenen Dienste dieser Kirche beisteuern. Die Kirche wird nicht von einem Dienst beherrscht, sondern von all den Diensten bedient.

Als Apostel ist unsere erste Angelegenheit bei der Ankunft an einem Ort, der keine Kirche hat, eine dort zu gründen. So bald sie gebildet worden ist, sollten wir ihr zu dienen suchen mit was immer Dienst der Herr uns anvertraut hat, und sie dann verlassen. Wir wagen es, unseren Dienst treu auszuüben, doch es so getan zu haben, wagen wir es die Kirche für anderen Dienst offen zu lassen. Dies sollte die Einstellung aller Arbeitsleute des Herrn sein. Wir sollten niemals die Hoffnung hegen, daß nur "unsere" Lehre bei irgendeiner Kirche akzeptiert wird. Da muß er keinen Gedanken geben, eine Kirche

 

^ Seite 83

durch unsere Persönlichkeit oder durch unseren Dienst zu beherrschen; das Feld muß klar gelassen werden, für alle Diener Gottes. Da gibt es kein Bedürfnis eine Schutzmauer zu bauen um "unsere" besondere "Herde," um sie zu sichern gegen die Lehren anderer. Wenn wir es so tun, arbeiten wir entlang papistischer Art und Weise. Wir können sicher Gott vertrauen, unseren Dienst zu schützen, und wir müssen daran denken, daß für "die Ausrüstung der Heiligen" die verschiedenen Dienste aller treuen Diener Gottes nötig sind. Lokale Verantwortung liegt bei den Ältesten; sie müssen auf die Interessen der Herde aufpassen in der Angelegenheiten von Diensten.


Institutionen des Dienstes

Es muß nicht aus dem Vorhergegangenen geschlossen werden, daß Gott keine andere Arbeitsleute hat, als Apostel und die verschiedenen Diener des Wortes. Diejenigen, die im Dienst des Wortes arbeiten, sind nur ein Teil der Diener Gottes. Die Arbeit ist nicht die einzige Arbeit. Gott hat viele Diener, die die Last von verschiedenen Arbeiten des Glaubens tragen, solche wie Schulen, Waisenhäuser und Krankenhäuser. Oberflächlich gesehen, scheint ihre Arbeit nicht so geistig wie die Arbeit der Apostel oder Diener, auf die wir uns gerade bezogen haben, doch in Wirklichkeit ist sie. Obwohl solche Glaubensarbeiter nicht als Apostel ausgehen oder das Wort lehren wie die besonderen Diener, doch werden sie genau so bestimmt gebraucht wie die anderen, die Kirche Gottes zu stärken.

George Müllers Waisenhaus ist genau solch eine Glaubensarbeit. Es hatte die Errettung von vielen Seelen zur Folge. Die Frage entsteht, Wohin sollten die Früchte einer solchen Arbeit gehen? Nicht in eine Waisenhaus-"Kirche," sondern in die lokale Kirche hinein. Eine Arbeit wie diese, ist nicht eine Einheit groß genug eine Kirche zu bilden. Es ist die City, die eine Kircheneinheit ist, nicht eine Institution. Ganz egal wie erfolgreich eine Arbeit des Glaubens sein mag, und ganz egal wie viele Seelen durch sie gerettet werden mögen, keine Kirche kann auf dieser Grundlage gebildet werden.

Vor mehreren Jahren war ich in Tsinan. Einige Brüder an der Cheloo Universität fragten mich, ob ich meinte es sei an der Zeit für sie mit einem Treffen für das Brechen des Brotes zu beginnen. Ich fragte, "Vertretet Ihr die Cheloo Universität oder Tsinan City?" Sie antworteten, "Cheloo." "Dann glaube ich nicht, daß es recht ist," sagte ich. Natürlich wollten sie wissen warum, so erklärte ich: "Das Wort Gottes billigt die Bildung einer Kirche in Tsinan, aber nicht in Cheloo. Die Sphäre von Cheloo ist zu eng die Existenz einer getrennten Kirche zu rechtfertigen."

Die Früchte, die sich aus verschiedenen Institutionen des Glaubens ergeben, müssen nicht von solchen Institutionen behalten werden. Alle müssen der lokalen Kirche übergeben werden. Arbeiter müssen nicht argumentieren, daß weil sie das Mittel der Errettung für gewisse Seelen gewesen sind, haben sie einen besonderen Anspruch auf sie und besondere Verantwortung für sie, und ihnen folglich verweigern, sich mit ihren Glaubens-Kollegen in der Lokalität

 

^ Seite 84

zu vereinigen. Sogar wenn da regelmäßiges Gebet und Predigen sein mag und verschiedene Treffen in Verbindung mit einer christlichen Institution, können solche niemals als Ersatz für Kirchengemeinschaft dienen, und keine solche Institution, egal wie geistig, kann als Kirche betrachtet werden, da sie nicht auf der göttlichen Grundlage von Lokalität gegründet ist. Christen, die mit Anstrengungen dieser Art beschäftigt sind, müssen nicht stolz auf ihre erfolgreiche Arbeit sein und meinen, sie wird gut als eine Kirche dienen, sie müssen sich aber demütig in Gemeinschaft mit all den anderen Mitgliedern des Leibes von Christus an dem Ort wo sie wohnen treffen.

All die verschiedenen Gott-gegebenen Dienste haben ein Ziel, die Gründung lokaler Kirchen. In dem Gedanken Gottes existiert nur eine Gesellschaft von Menschen, und all seine Absichten der Gnade zentrieren sich auf eine Gesellschaft – seine Kirche. Die Arbeit ist nicht ein Ziel in sich selbst; sie ist nur ein Mittel für ein Ende. Wenn wir unsere Arbeit als ein Ende betrachten, dann stimmt unser Zweck nicht mit Gottes überein, denn sein Ende ist die Kirche.

Da gibt es drei Dinge, die wir uns klar vor Augen halten müssen. (1) Die Arbeit ist die besondere Angelegenheit der Arbeiter, nicht der Kirchen, und die Sphäre jeder Arbeit ist nicht weit genug, es zu rechtfertigen, sie als eine Kirche zu betrachten. (2) Alle Arbeiter müssen demütig genug sein, den Platz als Brüder in der lokalen Kirche einzunehmen. In der Sphäre ihre Arbeit halten sie die Position von Gottes Dienern, aber in der Sphäre der Kirche sind sie nur Brüder. (3) Das Ziel aller Arbeit ist die Gründung von lokalen Kirchen. Wenn wir unsere Arbeit die Grundlage einer getrennten Einheit von Gottes Menschen machen, dann bauen wir eine Sekte auf, nicht eine Kirche.

 

 

Dies ist das Ende von "5. Die Grundlage von Einheit und Teilung".
Zur englischen Version dieses Kapitels: 6. The Work and the Churches

 

 

Zur vorige Webpage:        5. Die Grundlage von Einheit und Teilung
Zum Anfang dieser Webpage: Anfang
Zur nächste Webpage:       7. Unter den Arbeitern

[Home]>[Verschiedenes]>[10. Watchman Nee: Das normale christliche Kirchenleben]>[6. Die Arbeit und die Kirchen]

[Home] [Kann man Glauben messen?] [Die Imitationskirche] [Verschiedenes]

Die Adresse dieser Webpage ist:
http://www.fpreuss.com/de3/de10/de1060.htm