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Das normale christliche Kirchenleben

Watchman Nee

 

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5. Die Grundlage von Einheit und Teilung

 

Die Bildung von lokalen Kirchen

Im vorigen Kapitel haben wir bemerkt, daß das Wort "Kirche" nur zwei mal in den Evangelien erwähnt wurde. Es wird häufig im Buch der Apostelgeschichte benutzt, doch uns wird niemals ausdrücklich dort gesagt, wie eine Kirche gebildet wird. Das zweite Kapitel spricht von der Rettung von etwa dreitausend Menschen, und das vierte Kapitel von weiteren fünfhundert, doch überhaupt nichts wird gesagt darüber, wie diese Gläubigen eine Kirche bilden. Ohne ein einziges Wort der Erklärung wird von ihnen in den folgenden Kapitel als "die Kirche" gesprochen - "Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeinde" (Apg 5,11). In der Apostelgeschichte 8,1, sofort nach dem Tod von Stephanus, wird das Wort wieder benutzt, und die Verbindung in diesem Fall ist klarer als bevor. "Es erhob sich aber zu der Zeit eine große Verfolgung über die Gemeinde zu Jerusalem." Von dieser Passage ist es offensichtlich, daß die Gläubigen in Jerusalem die Kirche in Jerusalem sind. So wissen wir nun, was die Kirche ist. Sie besteht aus all den geretteten an einem gegebenen Ort.

Später, im Laufe der ersten Missionstour der Apostel, wurden viele Menschen gerettet in verschiedenen Orten durch das Predigen des Evangeliums. Nichts wird bemerkt über sie, wie sie in Kirchen gebildet werden, doch in der Apostelgeschichte 14,23 wird von Paulus und Barnabas gesagt, "Und sie ordneten ihnen hin und her Älteste in den Gemeinden." Die Gruppen von Gläubigen in diesen verschiedenen Orten werden Kirchen genannt, ohne irgendeine Erklärung was auch immer, wie es kam, daß sie Kirchen wurden. Sie waren Gruppen von Gläubigen, so waren sie einfach Kirchen. Wann immer eine Anzahl von Menschen an irgendeinem Ort gerettet wurden, wurden sie spontan zur Kirche an dem Ort.

Wenn an einem gegebenen Ort irgendjemand an den Herrn glaubt, is er selbstverständlich Bestandteil der Kirche an dem Ort. Kein nach-

 

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folgendes "sich zugesellen" wird von ihm benötigt. Vorausgesetzt daß er zum Herrn gehört, gehört er schon zur Kirche an dem Ort; und da er schon zur Kirche gehört, kann seine Zugehörigkeit nicht zum Thema irgendwelcher Bedingungen gemacht werden. Wenn wir, bevor ein Gläubiger als ein Mitglied der Kirche erkannt wird, darauf bestehen, daß er "sich uns zugesellt" oder daß er seine Verbindung irgendwo anders kündigt, dann ist "unsere Kirche" bestimmt nicht eine der Kirchen Gottes. Wenn wir einem Gläubigen irgendwelche Bedingungen der Mitgliedschaft auferlegen an einem Ort, sind wir sofort in einer unbiblischen Position, weil seine Mitgliedschaft in einer lokalen Kirche nur dadurch bestimmt ist, daß er ein Gläubiger an dem Ort ist. Eine lokale Kirche ist eine Kirche, die all die Kinder Gottes an einem gegebenen Ort umfaßt.

Laßt uns gut beachten, daß der Grund, warum wir jemand in die Kirche aufnehmen ist, daß der Herr denjenigen bereits aufgenommen hat. "Den Schwachen im Glauben nehmet auf . . . denn Gott hat ihn aufgenommen" (Röm 14,1, 3). "Darum nehmet euch untereinander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen" (15,7). Unser Aufnehmen von jemanden ist bloß unser erkennen, daß der Herr ihn bereits aufgenommen hat. Wenn er des Herrn ist, ist er in der Kirche. Wenn er nicht des Herrn ist, ist er nicht in der Kirche. Wenn wir irgendetwas über sein aufnehmen durch den Herrn hinaus verlangen, bevor wir ihn zur Gemeinschaft zulassen, dann sind wir überhaupt keine Kirche, sondern eine Sekte.


Innerhalb und außerhalb des Kreises

In den Tagen der Apostel war die Frage des Zugehörens oder des Nicht-Zugehörens zu einer Kirche extrem einfach. Dinge sind in unseren Tage nicht so einfach, denn die Frage ist kompliziert geworden durch viele sogenannte Kirchen, die diejenigen ausschließen, die in der Kirche sein sollen und die einschließen, die außerhalb sein sollten. Was für eine Art von Person kann zu Recht als ein Bestandteil der Kirche betrachtet werden? Was ist die minimale Voraussetzung auf der wir bestehen können für die Zulassung zur Kirchengemeinschaft?

Bevor wir fortfahren zu entdecken, wer wirklich zu einer lokalen Kirche gehört und wer nicht, laßt uns zuerst untersuchen, wer zur universellen Kirche gehört und wer nicht, da die Bedingung der Mitgliedschaft in einer Kirche im Grunde die gleiche ist, wie in der Kirche. Wenn wir wissen, was für eine Art von Personen zu der Kirche gehören, dann wissen wir auch, was für eine Art von Personen zu einer Kirche gehören.

Wie können wir wissen, wer ein Christ ist und wer nicht? "Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein." (Röm 8,9). Gemäß dem Wort Gottes ist ein wahrer Christ jede Person in deren Herz Christus wohnt durch seinen Geist. Christen mögen sich untereinander in tausend Beziehungen unterscheiden, doch in dieser grundsätzlichen Sache gibt es keine Unterschiede zwischen ihnen; einer und alle haben den Geist von Christus in ihnen wohnen. Wer immer den Geist von Christus hat ist

 

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innerhalb des Kirchenkreises, und wer immer den Geist von Christus nicht hat, ist außerhalb des Kreises. In der universellen Kirche ist es so: in der lokalen Kirche ist es auch so. "Versuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seid; prüfet euch selbst! Oder erkennet ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, daß ihr untüchtig seid" (2Kor 13,5). Da gibt es eine subjektive Linie der Demarkation zwischen der Kirche und der Welt: alle innerhalb dieser Linie sind gerettet, und alle außerhalb dieser Linie sind verloren. Diese Linie der Demarkation ist der innewohnende Geist von Christus.


Die Einheit des Geistes

Die Kirche Gottes schließt eine riesige Anzahl von Gläubigen ein, die zu verschiedenen Zeiten leben und über verschiedene Orte überall auf der Erde verstreut sind. Wie ist es dazu gekommen, daß alle vereinigt wurden in eine universelle Kirche? Mit einer solchen Ungleichheit im Alter, gesellschaftliche Position, Ausbildung, Hintergrund, Aussicht und Temperament, wie konnten alle diese Menschen eine Kirche werden? Christliche Einheit ist kein menschliches Produkt; ihre Herkunft ist rein göttlich. Diese mächtige mysteriöse Einheit ist in den Herzen aller Gläubigen gepflanzt in dem Augenblick, wenn wir den Herrn empfangen. Es ist die "Einheit des Geistes" (Eph 4,3).

Der Geist, der im Herz eines jeden Gläubigen wohnt, ist ein Geist; deshalb macht er alle, in denen er wohnt, eins, sogar wie er selbst eins ist. Christen mögen sich unterscheiden von einander in zahllosen Arten, doch alle Christen allen Alters, mit ihren zahllosen Unterschieden, haben diese eine grundsätzliche Ähnlichkeit – der Geist Gottes wohnt in jedem von ihnen. Dies ist das Geheimnis der Einheit der Gläubigen, und dies ist das Geheimnis ihrer Trennung von der Welt.

Es ist diese innewohnende Einheit, die alle Gläubige eins macht, und es ist diese innewohnende Einheit, die die Unmöglichkeit der Trennung zwischen Gläubigen erklärt, außer aus geographischen Gründen. Solche, die dies nicht haben, sind Außenseiter: solche, die es haben, sind unsere Brüder. Wenn Du den Geist Christus hast und ich habe den Geist von Christus, dann gehören wir beide zur gleichen Kirche. Da gibt es kein Bedürfnis, vereinigt zu sein, wir sind vereinigt durch den einen Geist, der in uns beiden wohnt. Paulus flehte alle Gläubigen an, sich zu bemühen "zu halten die Einigkeit im Geist" (Eph 4,3); er hat uns nicht ermahnt, die Einheit zu "haben," sondern sie bloß zu behalten.

Wir können diese Einheit nicht machen, da wir durch den Geist eins sind in Christus, und wir können ihn nicht brechen, weil es eine ewige Tatsache ist in Christus; doch wir können die Wirkungen von ihm zerstören, damit sein Ausdruck in der Kirche verloren ist.

Wie können wir wissen, ob oder nicht eine Person diese Einheit des Geistes hat? Im Vers der sofort auf die Ermahnung des Paulus folgt, "zu

 

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halten die Einigkeit im Geist," erklärt er, was solche gemeinsam haben, die diese Einheit besitzen. Wir können nicht von den Gläubigen erwarten, in allem gleich zu sein, doch da gibt es sieben Dinge, die all wahren Gläubigen teilen, und durch das Dasein oder Fehlen von ihnen, wissen wir, ob oder nicht eine Person die Einheit des Geistes hat. Viele andere Dinge sind von großer Bedeutung, doch diese sieben sind lebenswichtig. Sie sind unentbehrlich zur geistlichen Gemeinschaft, und sie sind gleichzeitig die Minimum- und die Maximumerfordernisse, die von jeder Person gemacht werden können, die bekennt, ein Mitgläubiger zu sein.


Sieben Faktoren in geistiger Einheit

"Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch allen und durch euch alle und in euch allen" (Eph4,4-6). Eine Person ist ein Mitglied der Kirche auf dem Grund, daß sie die Einheit des Geistes besitzt, und das wird dazu führen, daß sie eins ist mit allen Gläubigen auf den sieben obigen Punkten. Sie sind die sieben Elemente in der Einheit des Geistes, die das gemeinsame Erbe aller Kinder Gottes ist. Indem eine Linie der Demarkation gezogen wird, zwischen solchen, die zur Kirche gehören und solchen, die es nicht tun, müssen wir nichts jenseits dieser sieben fordern, damit wir nicht irgendwelche ausschließen, die zur Familie Gottes gehören, und wir wagen nicht irgendetwas weniger zu fordern, damit wir nicht irgendwelche einschließen, die nicht zur göttlichen Familie gehören.

(1) Ein Leib. Die Frage der Einheit fängt mit der Frage der Mitgliedschaft im Leib von Christus an. Die Sphäre unser Gemeinschaft ist die Sphäre des Leibes. Solche, die außerhalb dieser Sphäre sind, haben kein geistiges Verhältnis mit uns, doch solche, die innen sind in dieser Sphäre, sind alle in Gemeinschaft mit uns. Wir können keine Wahl treffen bei der Gemeinschaft im Leib und einige Mitglieder akzeptieren und andere zurückweisen. Wir sind alle Teil des einen Leibes, und nichts kann uns möglicherweise davon trennen, oder einen vom anderen. Jeder, der Christus empfangen hat, gehört zum Leib, und er und wir sind eins.

(2) Ein Geist. Wenn jemand Gemeinschaft mit uns sucht, egal wie er sich von uns unterscheidet in Erfahrung oder Aussicht, vorausgesetzt er hat den gleichen Geist den wir haben, ist er berechtigt als ein Bruder empfangen zu werden. Wenn er den Geist von Christus empfangen hat, und wir haben den Geist von Christus empfangen, dann sind wir eins im Herrn, und nichts muß uns teilen.

(3) Eine Hoffnung. Diese Hoffnung, die alle Kinder Gottes gemeinsam haben, ist keine allgemeine Hoffnung, sondern die Hoffnung unserer Berufung, ewig mit dem Herrn zu sein in Herrlichkeit. Da gibt es keine einzige Seele, die wahrlich des Herrn ist, in welchem Herzen diese Hoffnung nicht ist, denn

 

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Christus in uns zu haben, ist "die Hoffnung der Herrlichkeit" in uns zu haben (Kol 1,27). Alle, die diese eine Hoffnung teilen, sind eins, und da wir diese Hoffnung haben, in Herrlichkeit zusammen zu sein in aller Ewigkeit, wie können wir in der Zeit geteilt sein?

(4) Ein Herr. Da gibt es nur einen Herrn, den Herrn Jesus, und alle, die erkennen, daß Gott Jesus von Nazareth beides gemacht hat, Herr und Christus, sind eins in ihm. Wenn jemand Jesus bekennt Herr zu sein, dann ist sein Herr unser Herr, und da wir dem gleichen Herrn dienen, kann nichts was auch immer uns trennen.

(5) Ein Glaube. Der Glaube, von dem hier gesprochen wird, ist der Glaube – nicht unsere Überzeugungen bezüglich der Interpretation der Schrift, sondern der Glaube, durch den wir gerettet worden sind, der gemeinsamer Besitz aller Gläubigen ist, das ist, der Glaube, daß Jesus der Sohn Gottes ist (der für die Rettung von Sündern starb und wieder lebt, um den Toten Leben zu geben). Die Kinder Gottes mögen vielen verschiedenen Richtungen der schriftmäßigen Interpretation folgen, doch bezüglich dieses grundsätzlichen Glaubens sind sie eins.

(6) Eine Taufe. Ist es durch Eintauchen oder durch Besprengen? Ist es einig oder dreieinig? Da gibt es verschiedene Methoden der Taufe, die von den Kindern Gottes akzeptiert werden, so wenn wir die Art der Taufe die Trennungslinie zwischen denen machen, die zur Kirche gehören und solchen die nicht, werden wir viele wahre Gläubige von unserer Gemeinschaft ausschließen. Da gibt es Kinder Gottes, die sogar glauben, daß eine materielle Taufe nicht nötig ist, sondern da sie Kinder Gottes sind, wir es nicht wagen sollten, sie deshalb von unserer Gemeinschaft auszuschließen. Was ist dann die Bedeutung der "einen Taufe," die in dieser Passage erwähnt wird? Paulus wirft ein Licht auf dieses Thema in seinem ersten Brief an die Korinther. "Ist Christus nun zertrennt? Ist denn Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf des Paulus Namen getauft?" (1Kor 1,13). Die Betonung ist nicht auf der Methode der Taufe, sondern auf dem Namen, in dem wir getauft sind. Wenn jemand auf den Namen des Herrn getauft ist, heiße ich ihn willkommen als meinen Bruder, was immer auch die Methode seiner Taufe sei. Hiermit implizieren wir nicht, daß es unerheblich ist, ob wir besprengt oder eingetaucht sind, oder ob unsere Taufe geistig oder förmlich ist. Das Wort Gottes lehrt, daß Taufe förmlich ist, und durch Eintauchen, doch der Punkt hier ist, daß die Methode der Taufe nicht der Grund unser Gemeinschaft ist, sondern der Name in den wir getauft sind. Alle, die in den Namen des Herrn getauft sind, sind eins in ihm.

(7) Ein Gott. Glauben wir an den gleichen persönlichen, übernatürlichen Gott als unseren Vater? Wenn so, dann gehören wir zu einer Familie, und da gibt es keinen angemessenen Grund, getrennt zu sein.

Die obigen sieben Punkte sind die sieben Faktoren in der göttlichen Einheit, die der Besitz aller Mitglieder der göttliche Familie ist, und

 

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sie bilden den einzigen Test des christlichen Bekenntnisses. Wenn wir irgendwelche Bedingungen der Gemeinschaft über diese sieben hinausgehend auferlegen – die allein die Folge des einen geistigen Lebens sind – dann sind wir der Sektiererei schuldig, denn wir machen eine Trennung zwischen denjenigen, die offenbar Kinder Gottes sind. Wenn wir einen Test anwenden außer diesen sieben, legen wir andere Bedingungen auf, als diese im Wort Gottes festgelegten. Alle diese sieben Punkte mit uns gemeinsam haben, sind unsere Brüder, was auch immer ihre geistige Erfahrung, oder Lehrmeinung, oder "Kirchen"-Verhältnis. Unsere Einheit basiert auf der eigentlichen Tatsache unserer Einheit, die in unserer Erfahrung durch den innewohnenden Geist von Christus wirklich gemacht wird.


Lokale Kirchen

Was nun wahr ist für die universelle Kirche, ist auch wahr für die lokale Kirche. Die universelle Kirche umfaßt alle diejenigen, die die Einheit des Geistes haben. Die lokale Kirche umfaßt alle diejenigen, die an einem gegebenen Ort, die Einheit des Geistes haben. Die Kirche Gottes und die Kirchen Gottes unterscheiden sich nicht im Wesen, sondern nur im Umfang. Die erstere besteht aus allen überall im Universum, denen der Geist Gottes innewohnt; die letztere besteht aus allen an einem Ort, denen der Geist innewohnt.

Im Wesen ist die Kirche unteilbar, da Gott selbst unteilbar ist. Deshalb ist die Teilung der Kirche in Kirchen nicht eine Teilung im Wesen, Leben, oder Kern, sondern nur in der Regierung, Organisation und Leitung. Weil die irdische Kirche aus einer riesigen Anzahl von Einzelnen besteht, ist ein Maß von Organisation unentbehrlich. Es ist eine physische Unmöglichkeit für alle Menschen Gottes, zerstreut über die ganze Welt, an einem Ort zu leben und zusammenzukommen; und aus diesem Grund allein ist es, daß die Kirche Gottes in Kirchen aufgeteilt worden ist.

Wir müssen klar erkennen, daß das Wesen all der lokalen Kirchen überall auf der Erde das gleiche ist. Es ist nicht, daß die Bestandteile einer lokalen Kirche von einer Art sind und die Bestandteile einer anderen lokalen Kirche von einer anderen Art sind. Im Wesen gibt es keinen Unterschied was auch immer. Und der einzige Unterschied ist in der Lokalität, die ihre besonderen Grenzen bestimmen.

Lokalität ist die göttlich-ernannte Basis für die Teilung der Kirche, weil es die einzige unvermeidliche Teilung ist. Geographische Unterscheidungen sind natürlich, nicht willkürlich, und es ist einfach, weil die physikalischen Begrenzungen der Kinder Gottes geographische Teilungen unvermeidlich machen, daß Gott bestimmt hat, daß seine Kirche in Kirchen geteilt ist auf Grund der Lokalität. Jede Teilung der Kinder Gottes, anders als geographisch, impliziert nicht bloß eine Teilung der

 

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Sphäre, sondern eine Teilung des Wesens. Lokale Teilung ist die einzige Teilung, die das Leben der Kirche nicht berührt.


Sieben verbotene Gründe der Teilung

Auf der positive Seite haben wir gerade den Grund gesehen aus dem Gott bestimmt hat, daß seine Kirche geteilt ist. Nun, auf der negativen Seite, werden wir sehen, aus welchem Grund die Kirche nicht geteilt sein soll.

(1) Geistige Führer. "Ich sage aber davon, daß unter euch einer spricht: Ich bin paulisch, der andere: Ich bin apollisch, der dritte: Ich bin kephisch, der vierte; Ich bin christisch. " (1Kor 1,12). Hier weist Paulus auf die Fleischlichkeit der Gläubigen in Korinth hin, indem sie versuchen, die Kirche Gottes in Korinth zu teilen, die durch die göttliche Ordnung unteilbar war, weil sie schon die kleinste biblische Einheit war, auf der jede Kirche gegründet sein konnte. Sie suchten die Kirche zu teilen aus dem Grund einiger weniger Führer, die Gott besonders in ihrer Mitte benutzt hatte. Kephas war ein eifriger Diener des Evangeliums, Paulus war ein Mann, der viel um seines Herren willen gelitten hatte, und Apollos war jemand, den Gott bestimmt in seinem Dienst benutzte, doch obwohl alle drei unbestreitbar von Gott in Korinth anerkannt waren, konnte Gott es niemals der Kirche dort erlauben, sie zum Grund der Teilung zu machen.

Heldenverehrung ist eine Tendenz der menschlichen Natur, die sich erfreut, Vorliebe für solche zu zeigen, die ihrem Geschmack zusagen. Weil so viele von Gottes Kindern so wenig oder nichts von der Kraft des Kreuzes wissen, mit dem Fleisch fertig zu werden, hat sich diese Tendenz Menschen zu verehren oft in der Kirche Gottes ausgedrückt und folglich viel verheerenden Schaden angerichtet. Es ist in Übereinstimmung mit Gottes Willen, daß wir von geistigen Menschen lernen und von ihrer Führung profitieren sollten, doch steht es vollkommen im Gegensatz zu seinem Willen, daß wir die Kirche spalten sollten zufolge der Menschen, die wir bewundern. Die einzige biblische Basis für die Bildung einer Kirche ist der Unterschied der Lokalität, nicht der Unterschied von Führern.

(2) Instrumente der Rettung. Geistige Führer sind kein annehmbarer Grund, die Kirche zu teilen, noch sind es die Instrumente von Gott benutzt in unserer Rettung. Einige der Korinther Gläubigen erklären sich selbst als "von Kephas," andere "von Paulus," andere "von Apollos" zu sein. Sie verfolgen den Anfang ihrer geistigen Geschichte zurück zu diesen Menschen, und dachten so, sie gehörten zu ihnen. Es ist beides natürlich und normal für Personen, die durch das Mitwirkung eines Arbeiters, oder einer Gesellschaft, gerettet wurden, sich als zugehörig zu solch einem Arbeiter oder einer Gesellschaft zu zählen. Es ist ebenso beides natürlich und normal für einen Einzelnen oder eine Mission, durch welche Mittel Leute gerettet wurden, die Geretteten zu denen zu zählen, die zu ihnen gehören. Es ist natürlich, aber nicht geistig. Es ist normal, doch nichtsdestoweniger gegen Gottes Willen. Kirchen sind

 

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auf Grund von Geographie geteilt, nicht auf Grund des Instruments unsere Rettung.

(3) Nicht-Sektiererei. Einige Christen meinen, sie wissen es besser als zu sagen, "Ich bin von Kephas," oder, "Ich bin von Paulus," oder, "Ich bin von Apollos." Sie sagen, "Ich bin von Christus." Solche Christen verachten die anderen als Sektierer, und fangen aus diesem Grund ein anderes Gemeinwesen an. Ihre Einstellung ist: Du bist sektiererisch. Ich bin nicht-sektiererisch. Ihr seit Heldenverehrer, wir verehren den Herrn alleine.

Doch Gottes Wort verurteilt nicht nur solche, die sagen, "Ich bin von Kephas," "Ich bin von Paulus," oder, "Ich bin von Apollos." Es beschuldigt genauso bestimmt und genauso klar solche, die sagen, "Ich bin von Christus." Es ist nicht verkehrt, sich nur zu Christus gehörig zu zählen. Es ist richtig und sogar wesentlich. Noch ist es verkehrt allen Schisma unter den Kindern Gottes zu verwerfen; es ist höchst lobenswert. Gott verurteilt nicht diese Klasse von Christen wegen beider dieser zwei Dinge; er verurteilt sie wegen genau der Sünde, wegen der sie andere verurteilen – ihrer Sektiererei. Als einen Protest gegen die Teilung unter den Kindern Gottes suchen viele Gläubige, die zu teilen, die nicht teilen von denen die teilen, und träumen niemals, daß sie selber spalterisch sind. Ihr Grund der Teilung mag plausibler sein, als der anderer, die auf Grund von dogmatischen Unterschieden teilen oder persönlicher Vorliebe für gewisse Führer, doch die Tatsache bleibt, daß sie die Kinder Gottes teilen. Sogar während sie Schisma anderswo zurückweisen, sind sie selbst schismatisch.

Du sagst, "Ich bin von Christus." Willst Du damit sagen, andere sind es nicht? Es ist vollkommen legitim für Dich zu sagen, "Ich bin von Christus," wenn Deine Bemerkung bloß impliziert zu wem Du gehörst; doch wenn es impliziert, "Ich bin kein Sektierer; ich stehe ganz anders als ihr Sektierer," dann macht es einen Unterschied zwischen ihnen und anderen Christen. Der bloße Gedanke zwischen den Kindern Gottes zu unterscheiden hat seine Quellen in dem fleischlichen Wesen des Menschen und ist sektiererisch.

Was ist dann richtig? Völlige Exklusivität ist verkehrt. Völlige Inklusivität ( wahrer Kinder Gottes) ist richtig. Konfessionen sind nicht biblische und wir sollten keinen Anteil an ihnen haben, doch wenn wir eine Einstellung der Kritik einnehmen und meinen, sie sind konfessionell; ich bin nicht konfessionell; sie gehören Sekten an, ich gehöre alleine Christus an – solch Differenzieren ist bestimmt sektiererisch.

Ja, lobe den Herren, ich bin von Christus, aber meine Gemeinschaft ist nicht bloß mit denen, die sagen, "ich bin von Christus," sondern mit allen, die von Christus sind. Mir macht es nicht viel aus, was sie sagen, doch mir macht es sehr viel aus, was sie sind. Ich erkundige mich nicht, ob sie konfessionell sind oder nicht konfessionell, sektiererisch oder nicht sektiererisch. Ich erkundige mich nur, Sind sie von Christus? Wenn sie von Christus sind, dann sind sie meine Brüder.

 

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Unser persönlicher Stand sollte nicht-konfessionell sein, doch die Basis unser Gemeinschaft ist nicht nicht-konfessionell. Wir selbst sollten nicht-sektiererisch sein, wir wagen es aber nicht auf nicht-sektiererisch als eine Voraussetzung für Gemeinschaft zu bestehen. Unser einziger Grund für Gemeinschaft ist Christus. Unsere Gemeinschaft muß mit all den Gläubigen in einer Lokalität sein, nicht bloß mit all den nicht-sektiererischen Gläubige in der Lokalität. Sie mögen konfessionelle Unterschiede machen, doch wir müssen nicht nicht-konfessionelle Anforderungen machen. Ihr Prinzip der konfessionellen Kirchen oder ihr Sektierertum wird bedeuten, daß dem Herrn schwerwiegende Beschränkungen auferlegt sind, bezüglich seines Ziels und Geistes für sie, und dies wiederum bedeutet, daß sie niemals über ein bestimmtes Maß des geistlichen Wachstums und der geistlichen Fülle hinauswachsen werden. Segnungen mögen da sein, aber niemals die Fülle des göttlichen Plans.

Wenn wir zu einem Ort kommen, wo Christus nicht genannt wird, müssen wir das Evangelium predigen, Menschen für den Herrn gewinnen, und die lokale Kirche gründen. Wenn wir zu einem Ort kommen, wo es bereits Christen gibt, aber aus verschiedenen Gründen trennen sich diese Gläubigen in konfessionelle "Kirchen," ist unsere Aufgabe genau die gleiche wie an dem anderen Ort – wir müssen das Evangelium predigen, Menschen zum Herrn führen, und sie in eine Kirche bilden auf dem biblischen Grund der Lokalität. Die ganze Zeit müssen wir eine Einstellung der Inklusivität bewahren, nicht Exklusivität, gegenüber solchen Gläubigen, die in verschiedenen Sekten sind, denn sie sind wie wir Kinder Gottes, und sie leben in der gleichen Lokalität, deshalb gehören sie zu der gleichen Kirche wie wir es tun. Für uns selbst, wir können uns nicht zu irgendeiner Sekte gesellen, oder in einer bleiben, denn unsere Kirchenverbindung kann nur auf lokalem Grund sein. Laßt uns klar sein auf diesem Punkt, daß eine nicht-konfessionelle Kirche keine lokale Kirche ist. Da gibt es einen riesigen Unterschied zwischen den beiden. Eine lokale Kirche ist nicht-konfessionell und sie ist positiv und inklusiv, doch eine nicht-konfessionelle Kirche ist nicht eine lokale Kirche, und sie ist negativ und exklusiv.

Laßt uns klar sein bezüglich unserer Position. Wir sind nicht darauf aus, nicht-konfessionelle Kirchen zu gründen, sondern lokale Kirchen. Wir suchen positive Arbeit zu leisten. Wenn Gläubige dazu gebracht werden können, daß sie sehen was eine örtliche Gemeinde ist - der Ausdruck des Leibes Christi in einer Örtlichkeit - dann werden sie sicherlich nicht in einer Sekte verbleiben. Andererseits ist es für sie möglich, all die Übel des Sektierertums zu sehen, und es zu verlassen, ohne zu wissen, was eine örtliche Gemeinde ist.

Ich billige nicht Sektiererei und ich glaube nicht, wir sollten irgendeiner Sekte angehören, doch ist es nicht unser Geschäft, Menschen dazu bringen, sie zu verlassen. Wenn wir es unsere Hauptangelegenheit machen, Menschen zur wahren Kenntnis des Herrn zu leiten und zur Kraft seines Kreuzes, dann werden sie sich gern ihm hingeben und werden lernen im Geist zu wandeln und die Dinge des Fleisches zurückweisen. Wir werden herausfinden, daß es da nicht nötig ist, die Frage der Konfessionen zu betonen, denn der Geist selbst wird sie aufklären. Wenn ein Gläubiger nicht den Weg des Kreuzes

 

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gelernt hat und das Wandeln im Geist, was ist gewonnen, wenn er aus der Sekte herauskommt?

(4) Lehrmäßige Unterschiede. Das Im Griechischen wiedergegebene Wort "Häresien" in Gal 5,20 vermittelt nicht notwendigerweise den Gedanken des Irrtums, sondern eher Teilung auf Grund von Lehre. Das interlineare Neue Testament übersetzt es als "Sekten," während Darby in seiner neuen Übersetzung es als "Schulen von Meinung" wiedergibt. Der ganze Gedanke hier ist nicht des Unterschiedes zwischen Wahrheit und Irrtum, sondern der Spaltung basierend auf Lehre. Meine Lehre mag richtig sein oder sie mag falsch sein, doch wenn ich sie zu einer Ursache von Trennung mache, dann mache ich mich der "Häresie" schuldig, von der hier gesprochen wird.

Gott verbietet jede Trennung basierend auf Lehre. Einige glauben, daß die Entrückung vor der Trübsal sein wird, andere, daß sie nach der Trübsal sein wird. Einige glauben, daß alle Heiligen ins Reich hineingehen werden, andere glauben, daß nur ein Teil hineingehen wird. Einige glauben, daß Taufe durch Eintauchen ist, andere, daß es durch Besprengung ist. Einige glauben, daß übernatürliche Manifestationen nötige Begleitung bei der Taufe im heiligen Geist sind, während andere es nicht tun. Keine dieser lehrmäßigen Ansichten ist eine biblische Basis, die Kinder Gottes zu trennen. Obwohl einige Recht haben und andere verkehrt sein mögen, Gott billigt keine Spaltung wegen dem Unterschied zu Überzeugungen oder geringer Angelegenheiten, anders, als grundsätzliche Wahrheiten des Glaubens. Wenn eine Gruppe Gläubiger sich von einer lokalen Kirche abspaltet in ihrem Eifer für gewisse Lehren gemäß dem Wort Gottes, mag die neue "Kirche" die sie gründen, mehr biblische Lehre haben, aber sie könnte niemals eine biblische Kirche sein.

Wenn wir eine biblische Position zu bewahren wünschen, dann müssen wir dafür sorgen, daß die Kirchen die wir in verschiedenen Orten gründen nur Lokalitäten vertreten, nicht Lehren. Wenn unsere "Kirche" nicht getrennt ist von anderen Kinder Gottes aus dem Grund der Lokalität allein, sondern für die Verbreitung einer besonderen Lehre steht, dann sind wir bestimmt eine Sekte, egal wie wahr unsere Lehre zum Wort Gottes sein mag. Der Zweck Gottes ist, daß eine Kirche die Kinder Gottes in einer Lokalität vertreten sollte und nicht dort eine spezielle Wahrheit vertreten. Eine Kirche Gottes an irgendeinem Ort umfaßt all die Kinder Gottes an dem Ort, nicht bloß diejenigen, die die gleichen lehrmäßigen Ansichten haben.

Wenn unsere Herzen darauf abzielen, den lokalen Charakter der Kirchen Gottes zu bewahren, kommen wir nicht umhin in unserer Arbeit auf Probleme zu stoßen. Es sei denn das Kreuz wirkt mächtig, was für endlose Möglichkeiten der Reibung werden dort sein, wenn wir alle die Gläubigen in einer Lokalität in einer Kirche einschließen, mit all ihren verschiedenen Ansichten. Wie das Fleisch nur solche einschließen möchte, die die gleichen Ansichten haben und alle die Ansichten ausschließen, die anders sind als unsere. Ständige und enge Verbindung zu haben

 

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mit Menschen, deren Interpretation der Schrift nicht mit unserer übereinstimmt, ist schwer für das Fleisch, doch gut für den Geist. Gott genutzt nicht Teilung, um das Problem zu lösen; er benutzt das Kreuz. Er würde uns sich dem Kreuz unterwerfen lassen, damit durch die ganzen Schwierigkeiten der Situation, die Sanftmut und Geduld und Liebe von Christus in unserem Leben hervor gebracht wird. Unter den Umständen, wenn wir das Kreuz nicht kennen, werden wir wahrscheinlich argumentieren, unsere Beherrschung verlieren, und endlich unseren eigenen Weg gehen. Wir mögen richtige Ansichten haben, doch Gott gibt uns eine Gelegenheit eine richtige Einstellung zu zeigen. Wir mögen richtig glauben, doch Gott testet uns, um zu sehen, ob wir recht lieben.

Röm 14 zeigt uns, wie wir mit denen fertig werden, die anderer Meinung sind. Was würden wir tun, wenn da Vegetarier und Sabbatarier in unserer Kirche sind? Warum sollten wir es fast unerträglich betrachten, wenn in der gleichen Kirche einige der Gläubigen den Tag des Herrn hielten und andere den Sabbat, und einige äßen Fleisch frei, während andere strenge Vegetarier wären. Das war genau die Situation, der Paulus gegenüber stand. Laßt uns seine Schlußfolgerungen beachten. "Den Schwachen im Glauben nehmet auf und verwirrt die Gewissen nicht" (Röm 14,1). "Wer bist du, daß du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er mag aber wohl aufgerichtet werden; denn Gott kann ihn wohl aufrichten." (Röm 14,4). "Darum lasset uns nicht mehr einer den andern richten; sondern das richtet vielmehr, daß niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis darstelle." (Röm 14,13). Oh, für christliche Toleranz! Oh, für Herzensgröße! Ach! daß viele der Kinder Gottes so für ihre Lieblingslehre eifern, daß sie sofort als Ketzer etikettieren, und demgemäß behandeln, alle, deren Interpretation der Schrift von ihren abweicht. Gott würde uns in Liebe wandeln lassen allen denen gegenüber, die Ansichten entgegengesetzt zu denen vertreten, die wir mögen (Röm 14,15).

Dies bedeutet nicht, daß alle Mitglieder einer Kirche was auch immer für Ansichten vertreten können, wie sie ihnen gefallen, es bedeutet aber, daß die Lösung des Problems der lehrmäßigen Unterschiede nicht darin liegt, separate Parteien gemäß der verschiedenen gehaltenen Ansichten zu bilden, sondern in Liebe denen gegenüber zu wandeln, deren Ansicht sich von unserer unterscheidet. Durch geduldige Lehre mögen wir doch allen helfen können hinzukommen zu "einerlei Glauben." (Eph 4,13). Wie wir geduldig auf den Herrn warten, mag er Gnade den anderen gewähren, ihre Ansicht zu ändern, oder er mag uns Gnade gewähren zu sehen, daß wir nicht so gute Lehrer sind, wie wir meinten es zu sein. Nichts testet die Geistigkeit eines Lehrers so wie Widerstand zu seinem lehren.

Die Lehrer müssen Demut lernen, doch so müssen alle die anderen Gläubigen. Wenn sie ihre Position im Leib erkennen, werden sie wissen, daß es nicht jedem gegeben ist, Angelegenheiten der Lehre zu bestimmen. Sie müssen lernen, sich denen zu unterwerfen, die Gott für den besonderen Dienst ausgerüstet hat, seine Menschen zu lehren. Geistige

 

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Gaben und geistige Erfahrung sind nötig für geistige Lehre; folglich kann nicht jeder lehren.

(5) Rassische Unterschiede. "Denn wir sind auch durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle zu einem Geist getränkt" (1Kor 12,13). Juden haben immer das stärkste Rassenvorurteil von allen Leuten gehabt. Sie betrachteten andere Nationen als unrein, und es war ihnen verboten, sogar mit ihnen zu essen. Doch Paulus machte es sehr klar indem er an die Korinther schreibt, daß in der Kirche beide Juden und Heiden eins sind. Alle Unterschiede "in Adam" sind "in Christus" abgeschafft worden. Eine rassische "Kirche" hat keine Anerkennung im Wort Gottes. Kirchenmitgliedschaft wird durch Wohnsitz bestimmt, nicht durch Rasse.

Heute gibt es in den großen kosmopolitischen Citys der Welt Kirchen für die Weißen und Kirchen für die Schwarzen, Kirchen für die Europäer und Kirchen für die Asiaten. Diese sind entstanden durch Versäumnis es zu verstehen, daß die Grenze einer Kirche eine City ist. Gott erlaubt keine Teilung seiner Kinder auf Grund von verschiedener Farbe, Brauch, oder Art zu leben. Ganz egal zu welcher Rasse sie gehören, wenn sie zur gleichen Lokalität gehören, gehören sie zur gleichen Kirche. Gott hat Gläubige von verschiedenen Rassen in eine Lokalität untergebracht, damit, indem alle äußeren Unterschiede überstiegen werden, sie in einer Kirche das eine Leben zeigen mögen und den einen Geist seines Sohnes. Alles das zu uns durch die Natur kommt, wird durch Gnade überwunden. Alles das was unseres "in Adam" war, wurde "in Christus" ausgeschlossen. Laßt uns daran denken, daß die Kirche in jeder Lokalität alle Gläubige einschließt, die dort leben und alle ausschließt, die anderswo leben.

(6) Nationale Unterschiede. Juden und Heiden repräsentieren sowohl nationale und auch rassische Unterschiede, doch in der Kirche Gottes gibt es weder Juden noch Griechen. Da gibt es dort keinen rassischen Unterschied, und es gibt auch keinen nationalen Unterschied. Alle an einem Ort lebenden Gläubige, egal was ihre Nationalität, gehören zu der einen Kirche. Im natürlichen Reich gibt es einen Unterschied zwischen Chinesen, Franzosen, Briten und Amerikanern, doch im geistigen Reich gibt es keinen. Wenn ein chinesischer Gläubiger in Nanking lebt, gehört er zur Kirche in Nanking. Wenn ein französischer Gläubiger in Nanking lebt, gehört er zur Kirche in Nanking. Das gleiche gilt für Briten, Amerikaner, und all anderen Staatsbürger, vorausgesetzt sie sind wiedergeboren. Das Wort Gottes erkennt "die Kirche in Rom," "die Kirche in Ephesus" und "die Kirche in Thessalonich," doch es erkennt nicht die jüdische Kirche, oder die chinesische Kirche, oder die anglikanische Kirche. Der Grund warum die Namen der Citys in der Schrift erscheinen in Zusammenhang mit den Kirchen Gottes, ist, weil der Unterschied des Wohnortes der einzige Unterschied ist, der von Gott unter seinen Kindern anerkannt wird.

 

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Da die Kirchen alle lokal sind, wenn ein Gläubiger – was auch immer seine Nationalität – von einem Ort weg zieht zu einem anderen, wird er sofort ein Mitglied der Kirche im letzteren Ort und hat keine Kirchenverbindung in dem Ort seines ehemaligen Wohnsitzes. Man kann nicht an einem Ort leben und ein Mitglied einer Kirche an einem anderen Ort sein. Wenn ein chinesischer Bruder von Nanking nach Hankow zieht, wird er ein Mitglied der Kirche in Hankow. Auf die gleiche Art, ein britischer Bruder, der von London nach Hankow kommt, wird sofort ein Mitglied der Kirche in Hankow. Eine Änderung des Wohnsitzes bringt notwendigerweise eine Änderung der Kirche mit sich, während nationale Herkunft belanglos ist für Kirchenmitgliedschaft.

Unsere Mitarbeiter, die von China zu den Südseeinseln gegangen sind, müssen vorsichtig sein, dort nicht eine "chinesische Überseekirche" zu bilden. Es ist möglich, eine "chinesische Übersee-Industrie- und Handelskammer" zu haben oder ein "chinesisches Übersee-Kolleg" oder einen "chinesischen Übersee-Klub." Alles was man gern haben möchte kann "chinesisch Übersee" sein, doch nicht eine Kirche. Eine Kirche ist immer lokal!

Das übliche Konzept einer eingeborenen Kirche, obgleich ganz recht in einigen Hinsichten, ist grundsätzlich verkehrt beim lebenswichtigsten Punkt. Da die göttliche Methode die Kirche zu teilen, gemäß Lokalität ist, nicht Nationalität, dann kennt die Kirche Gottes weder Eingeborene noch Ausländer, weder heidnisches Land noch christliches Land. Wenn wir in voller Übereinstimmung mit dem Sinn Gottes sein würden, müssen wir keinen Unterschied machen as auch immer, zwischen der chinesischen und ausländischen Kirche, zwischen chinesischen und ausländischen Arbeitern, oder zwischen chinesischen und ausländischen Geldern.

Der Gedanke einer eingeborenen Kirche ist, daß die Eingeborenen eines Landes selbst regierend, selbst unterstützend, und selbst verbreitend sein sollten, während der Gedanke Gottes ist, daß die Gläubigen in einer Stadt - ob eingeboren oder ausländisch - sich selbst regierend, selbst unterstützend, und selbst verbreitend sein sollten. Nimm zum Beispiel Peking. Die Theorie der eingeborenen Kirche unterscheidet zwischen Chinesen und Ausländern in Peking, während das Wort Gottes zwischen den Gläubigen in Peking unterscheidet, ob chinesisch oder ausländisch – und den Gläubigen in anderen Citys. Das ist warum wir in der Schrift von den Kirchen der Heiden lesen, aber niemals von der Kirche der Heiden. Da gibt es nicht so etwas im Gedanken Gottes wie die Kirche der Chinesen, doch da gibt es so etwas wie die Kirche der Pekinger. Die Schrift weiß nichts von der Kirche der Franzosen, sie kennt aber die Kirche der Pariser. Ein klares verstehen der göttlichen Basis der Kirchenbildung – gemäß des Unterschiedes von Citys und nicht von Ländern – wird uns vor der falschen Vorstellung der eingeborenen Kirche bewahren.

 

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(7) Gesellschaftliche Unterscheidungen. In den Tagen des Paulus, aus einem gesellschaftlichen Gesichtspunkt, war da eine große Kluft festgelegt zwischen einem freien Mann und einem Sklaven, doch beide nahmen Seite an Seite in der gleichen Kirche am Gottesdienst teil. In unseren Tagen, wenn ein Rikscha-Kuli und der Präsident der Republik beide Christus angehören und am gleichen Ort wohnen, dann gehören sie der gleichen Kirche an. Da mag es eine Mission für Rikscha-Kulis geben, doch kann es da niemals eine Kirche für Rikscha-Kulis geben. Gesellschaftliche Unterscheidungen sind keine angemessene Grundlage eine getrennte Kirche zu bilden. In der Kirche Gottes gibt es weder "Knechte oder Freie."

In der Schrift haben wir diese sieben bestimmten Dinge erwähnt, die von Gott als Grund verboten sind, seine Kirche zu teilen. Sachlich gesehen sind diese sieben Punkte nur typisch für alle anderen Gründe, die der menschliche Verstand ausarbeiten mag, um die Kirche Gottes zu spalten. Die zwei Jahrtausende der Kirchengeschichte sind ein trauriges Zeugnis der menschlichen Erfindungen, die Einheit der Kirche zu zerstören.


Überwinder

Die Sphäre der Kirche ist lokal, und die lokale Kirche sollte auf keinen Fall gespalten sein. Die Frage ergibt sich natürlich, wenn die geistige Reife einer lokalen (nicht konfessionellen) Kirche sehr niedrig ist, können einige der wenigen mehr geistigen Mitglieder nicht zusammen kommen und eine andere Versammlung bilden? Die Antwort vom Worte Gottes ist entschieden, Nein! Gottes Wort rechtfertigt die Gründung von Kirchen nur auf lokalem Grund. Sogar Mangel an Geistigkeit ist kein angemessener Grund die Kirche zu spalten. Sollten lokale Methoden, Regierung und Organisation weit vom Ideal seien, daß ist immer noch kein Grund zur Spaltung. Wir müssen es ans Herz legen, daß der Unterschied der Lokalität der einzige Grund ist, die Kirche Gottes zu teilen. Kein anderer Grund ist biblisch.

In den zweiten und dritten Kapiteln der Offenbarung sehen wir sieben verschiedene Kirche in sieben verschiedenen Lokalitäten. Nur zwei wurden nicht getadelt, sondern eigentlich vom Herrn gelobt. Die anderen fünf wurden alle bestimmt getadelt. Geistig waren diese fünf in einem traurigen Zustand. Sie waren schwache, besiegte Kirchen, doch sie waren trotz allem Kirchen, nicht Sekten. Geistig waren sie verkehrt, doch positionell waren sie recht, deshalb befahl Gott nur solche in ihnen Überwinder zu sein. Der Herr sagte kein Wort darüber, die Kirche zu verlassen. Eine lokale Kirche ist eine Kirche, die man nicht verlassen kann – man muß in ihr bleiben. Wenn man geistiger ist als die anderen Mitglieder, dann sollte man seinen geistigen Einfluß nutzen und seine Autorität im Gebet, diese Kirche wieder aufleben zu lassen. Wenn die Kirche nicht reagiert, hat man nur zwei Alternativen: man muß entweder dort bleiben, sich unbefleckt halten, oder man muß sonst seine Bleibe ändern.

 

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Was für eine Tragödie ist es, wenn ein ein paar geistige Mitglieder eine lokale Kirche verlassen und eine andere Versammlung bilden, einfach weil die anderen Mitglieder schwach und unreif sind. Solche stärkeren Mitglieder sollten in dieser Kirche als Überwinder bleiben und versuchen, ihren schwächeren Brüdern und Schwestern zu helfen und die Situation dort für den Herrn beanspruchen. Oh, wie anfällig sind wir, die Gläubigen zu verachten, die wir als schlechter als uns betrachten, und wie es uns Freude macht mit denen Umgang zu haben, deren Gemeinschaft wir besonders angenehm finden. Stolz des Herzens und ein selbstsüchtiges Vergnügen an geistigen Dingen verursacht uns die Tatsache zu übersehen, daß eine Kirche in jedem gegebenen Ort aus allen Kindern Gottes an diesem Ort bestehen sollte, so wir die christliche Gemeinschaft einengen und unter den Kindern Gottes eine Auswahl treffen. Dieses ist Sektierertum, und ist ein Kummer des Herzens für den Herrn.

 

 

Dies ist das Ende von "5. Die Grundlage von Einheit und Teilung".
Zur englischen Version dieses Kapitels: 5. The Basis of Union and Division

 

 

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