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Das normale christliche Kirchenleben

Watchman Nee

 

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3. Die Ältesten ernannt von den Aposteln

 

"Älteste" ist eine Bezeichnung von alt-testamentlicher Herkunft. Im Alten Testament finden wir, daß die Ältesten von Israel erwähnt werden und auch die Ältesten von verschiedenen Städten. In den Evangelien treffen wir wieder auf diesen Begriff, doch immer noch in Bezug auf die Israeliten. Sogar die Ältesten von denen im ersten Teil der Apostelgeschichte gesprochen wird, sind von alt-testamentlicher Ordnung (Apg 4,5, 8, 23; 6,12).

Wann wurden Ältesten zuerst in der Kirche eingeführt? Apostelgeschichte 11,30 erwähnt sie in Verbindung mit der Kirche in Jerusalem, und dies ist die erste Erwähnung von Ältesten in Verbindung mit irgendeiner Kirche; doch obwohl ihre Existenz erwähnt wird, wird nichts über ihren Ursprung gesagt. Nicht bis Apostelgeschichte 14,23, wenn wir von Paulus und Barnabas lesen, die von ihrer ersten Missionsreise zurückkehren, entdecken wir, wer sie waren, wie sie ernannt wurden, und von wem. "Und sie ordneten ihnen hin und her Älteste in den Gemeinden, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn. . . ."


Die Ernennung

Wir haben gesehen, daß die Apostel selbst nicht bei den neuen Gläubigen bleiben konnte, um sie zu hüten und Verantwortung zu tragen für die lokale Arbeit. Wie kümmerte man sich denn um die neuen Bekehrten, und wie wurde die Arbeit weitergeführt? Die Apostel baten nicht, daß Menschen von Antiochien geschickt wurden, die Herde zu hüten, noch blieb einer von ihnen selbst zurück die Last der lokalen Kirchen zu tragen. Was sie taten, war einfach dies: "Und sie ordneten ihnen hin und her Älteste in den Gemeinden, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren" (Vers 23). Wo immer eine Kirche gegründet worden war auf ihrer Hinreise, ernannten sie Älteste auf ihrer Rückreise,

 

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Nirgendwo ließen sich die Apostel nieder und übernehmen Verantwortung für die lokale Kirche, doch in jeder Kirche die sie gründeten, wählten sie von unter den lokalen Gläubigen die Treuen, auf die solche Verantwortung gelegt werden konnte. Wenn sie Älteste in jeder Kirche gewählt hatten, dann vertrauten sie sie dem Herrn an, mit Gebet und Fasten. Wenn dieses Übergeben der Ältesten an den Herrn von geistigem Wert sein soll, und nicht bloße offizielle Zeremonie, wird eine lebensnotwendige Kenntnis des Herrn erforderlich sein seitens der Apostel. Wir müssen Christus als das Haupt seiner Kirche auf keine bloße intellektuelle Art kennen, wenn wir gleich ganz am Anfang alles von ihrer Leitung aus unseren Händen lassen sollen. Nur ein vollkommenes Mißtrauen in sich selbst, und ein lebendiger Glaube an Gott, konnte es den frühen Apostel ermöglichen, die Angelegenheiten jeder lokalen Kirche den Händen von lokalen Menschen anzuvertrauen, die nur vor kurzem dazu gekommen waren, den Herrn zu kennen. Alle die mit apostolischer Arbeit beschäftigt sind und suchen, dem Beispiel der frühen Apostel zu folgen, die Kirchen der Leitung der lokalen Ältesten zu überlassen, müssen geistig für die Aufgabe ausgerüstet sein; denn wenn die Dinge aus menschlichen Händen gehen und nicht aus Glauben göttlichen Händen anvertraut werden, wird das Ergebnis ein Fiasko sein. Oh, wie wir einen lebendige Glauben benötigen und ein lebendiges Wissen vom lebendigen Gott!

Das Wort Gottes macht es klar, daß die Aufsicht einer Kirche nicht die Arbeit von Aposteln ist, sondern von Ältesten. Obwohl Paulus über ein Jahr lang in Korinth blieb, in Rom zwei Jahre lang, und in Ephesus drei Jahre lang, doch in keinem dieser Orte übernahm er Verantwortung für die Arbeit einer lokalen Kirche. In der Schrift lesen wir von den Ältesten in Ephesus, doch niemals von den Aposteln in Ephesus. Wir finden wir keine Erwähnung von den Aposteln von Philippi. Apostel sind verantwortlich für ihren eigenen besonderen Dienst, doch nicht für die Kirchen, die die Frucht ihres Dienstes sind. Jede Frucht der Arbeit der Apostel mußte der Fürsorge der lokalen Ältesten übergeben werden.

In Gottes Plan ist Vorsorge getroffen worden für den Aufbau von lokalen Kirchen, und in dem Plan haben Pastoren einen Platz, doch war es niemals sein Gedanke, daß Apostel die Rolle des Pastors übernehmen sollten. Er beabsichtigte, daß Apostel für die Arbeit an verschiedenen Orten verantwortlich sein sollten, während Älteste Verantwortung an einem Ort tragen sollten. Das charakteristische Merkmal eines Apostels ist gehen: das charakteristische Merkmal eines Ältesten ist bleiben. Es ist nicht nötig, daß Älteste ihre normalen Berufe kündigen und sich ausschließlich ihren Aufgaben in Zusammenhang mit der Kirche widmen. Sie sind einfach lokale Menschen, die ihren üblichen Beschäftigungen folgen und zur gleichen Zeit besondere Verantwortungen in der Kirche tragen. Sollten lokale Angelegenheiten zunehmen, mögen sie sich völlig der geistigen Arbeit widmen, doch das charakteristische Merkmal eines Ältesten ist es nicht, daß er ein "Vollzeit christlicher Arbeiter" ist. Es ist bloß, daß er als ein lokaler Bruder Verantwortung in der lokalen Kirche trägt.

Gemäß der üblichen Vorstellung der Dinge, würde man meinen,

 

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es nötig zu sein für eine beträchtliche Zeit zu vergehen zwischen der Gründung einer Kirche und der Ernennung von Ältesten, doch das ist nicht gemäß Gottes Muster. Die erste Missionsreise der Apostel erstreckte sich über weniger als zwei Jahre, und während dieser Periode predigten die Apostel das Evangelium, führten Sünder zum Herrn, bildeten Kirchen, und ernannten Älteste wo immer eine Kirche geformt worden war. Die Ältesten waren auf der Rückreise der Apostel gewählt. Nicht auf ihrem ersten Besuch an irgendeinem Ort, aber der Zeitabstand zwischen ihren zwei Besuchen war niemals lang – höchstens eine Sache von Monaten. Sie ernannten Älteste "in jeder Kirche." Einige mögen fragen, Wenn alle Mitglieder einer Kirche in einer niedrigen geistigen Verfassung sind, wie ist es möglich, Älteste unter ihnen zu ernennen? Es mag das Problem von vielen lösen, wenn sie nur die Implikation des Ausdrucks "Ältesten" berücksichtigen. Die Existenz eines "Ältesten" impliziert die Existenz eines Jüngeren. Das Wort "Ältester" ist relative, nicht absolut. Unter einer Gruppe von Menschen in ihrem neunundsiebzigsten Jahr braucht es einen Menschen in seinem achtzigsten Jahr, um ihr "Ältester" zu sein, doch es braucht nur ein Kind von acht, um das "Älteste" von einer Gesellschaft von Kindern von sieben zu sein. Sogar unter den geistig unreifen, werden bestimmt solche sein, die, im Vergleich mit ihnen, reifer sind und geistige Möglichkeiten haben, welche alle die Voraussetzungen sind, die sie benötigen, um ihre "Ältesten" zu sein.

Eine Kirche mag das Ideal bei weitem nicht erreichen, doch können wir ihr deswegen nicht den Status einer Kirche vorenthalten. Unsere Verantwortung ist, ihr zu dienen, und zu suchen, sie näher ans Ideal zu bringen. Sogar die vergleichsweise fortgeschrittenen an einem Ort mögen nicht das Ideal von Ältesten erreichen, doch können wir nicht aus diesem Grund ihnen den Status von Ältesten vorenthalten. Wir müssen daran denken, daß das Amt eines Ältesten nach der Schrift auf einen Ort begrenzt ist. Ein Ältester in Nanking zu sein, berechtigt nicht einen Menschen ein Ältester in Schanghai zu sein; doch sogar wenn sein geistiger Zustand weit davon ist, wie er sein sollte, vorausgesetzt er ist im Voraus seiner Mitgläubigen in der gleichen Kirche, dann ist er berechtigt, ein Ältester dort zu sein.

Die Ernennung von vergleichsweise geistigen Brüdern, um Älteste zu sein, ist ein Prinzip, das im Wort Gottes dargelegt ist, obwohl es moderner Vorstellung von Dingen zuwiderläuft. Doch sogar während wir dieses Prinzip erkennen, müssen wir nicht versuchen, es auf irgendeine legale Art anzuwenden. Das würden Tod bedeuten. Wir müssen nichts erzwingen, sondern müssen ständig für die Führung des Geistes offen sein. Er wird die richtige Zeit anzeigen für die Ernennung von Ältesten in einer Kirche. Sollte es da keine Führung des Geistes geben, und Umstände eine sofortige Ernennung von Ältesten bei dem zweiten Besuch der Apostel nicht zulassen, dann könnte ein Titus zurückgelassen werden, für ihre Ernennung später zu sorgen. Dies ist das erste im Buch Titus behandelte Thema, und ist ein wichtigstes. Paulus gibt Titus Verfügungen, Älteste in jeder Stadt in Kreta "einzusetzen" (Titus 1,5, Schlachter).

 

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Bei der Ernennung von Ältesten folgten die Apostel nicht ihren persönlichen Vorlieben; sie ernannten nur solche, die Gott bereits gewählt hatte. Das ist, warum Paulus zu den Ältesten in Ephesus sagen konnte, "in welche der Heilige Geist euch als Aufseher gesetzt hat" (Apg 20,28, Elberfelder). Die Apostel ergriffen nicht die Initiative in der Sache. Sie setzten bloß die als Älteste ein, die der heilige Geist bereits Aufseher in der Kirche gemacht hatte. In einer von Menschen geschaffenen Organisation berechtigt die Ernennung eines Einzelnen ins Amt ihn dieses Amt einzunehmen, doch nicht so in der Kirche Gottes. Alles dort ist auf einer geistigen Basis und es ist nur die göttliche Ernennung, die einen Menschen zum Amt berechtigt. Wenn der heilige Geist Menschen nicht zu Bischöfen macht, dann wird keine apostolische Ernennung jemals etwas nützen, es zu tun. In der Kirche Gottes ist alles unter der Souveränität des Geistes; der Mensch ist ausgeschlossen. Älteste sind nicht Menschen, die von sich selbst meinen, fähig zu sein, Kirchenangelegenheiten zu kontrollieren, oder Menschen, die Apostel als geeignet halten, sondern Menschen, die der heilige Geist in die Kirche gesetzt hat, Aufseher zu sein.


Apostel und Älteste

Älteste waren lokale Menschen, ernannt, die Angelegenheiten der lokalen Kirche zu beaufsichtigen. Ihre Sphäre des Amtes war durch den Ort begrenzt. Ein Ältester in Ephesus war nicht ein Ältester im Smyrna, und ein Ältester in Smyrna war nicht ein Ältester in Ephesus. In der Schrift gibt es keine lokalen Apostel, noch gibt es da irgendwelche extra-lokale Älteste; alle Älteste sind lokal, und alle Apostel sind extra-lokal. Das Wort Gottes spricht nirgendwo von Aposteln die die Angelegenheiten einer lokalen Kirche leiten, und sie spricht nirgendwo von Ältesten, die die Angelegenheiten mehrere lokaler Kirchen leiten. Die Apostel waren Diener aller Kirchen, doch hatten sie über keine Kontrolle. Die Ältesten waren auf eine Kirche begrenzt und sie kontrollierten Angelegenheiten in derjenigen. Die Pflicht der Apostel war Kirchen zu gründen. Ist einmal die Kirche geschaffen geworden, wurde alle Verantwortung den lokalen Ältesten übergeben, und von dem Tag an übten die Apostel kein Kontrolle was auch immer in ihren Angelegenheiten aus. Alle Leitung war in den Händen der Ältesten, und wenn sie es sich richtig überlegten, konnten sie sogar einem Apostel Eingang in ihre Kirche verweigern.

Wie ging Paulus mit dem ehebrecherischen Gläubigen in Korinth um? Er benachrichtigte nicht einfach die Kirche, daß er den Mann exkommuniziert hatte. Das Äußerste was er tun konnte, war, ihre Mitglieder bezüglich der Schwere der Situation zu unterrichten und sie zu ermahnen zu suchen, den Bösewicht aus ihrer Mitte zu schaffen. (1Kor 5,13, Albrecht). Wenn die Kirche geistig richtig war, würden sie Paulus beachten, doch wenn sie seine Ermahnungen ignorierten, während sie geistig verkehrt wären, würden sie legal richtig sein.

Ein Apostel kann sich mit den Unordnungen einer Kirche befassen, wann immer sein Rat und seine Beratung gesucht werden, wie es mit Paulus und

 

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der Kirche in Korinth der Fall war. Es war wegen ihrer Anfragen, daß er zu ihnen sagen konnte, "Weitere Anordnungen werde ich treffen, wenn ich komme." (1Kor 11,34, Einheitsübersetzung). Doch der hier zu beachtende Punkt ist, daß "weitere Anordnungen" von den Dingen, die Paulus bei seiner Ankunft in Korinth beabsichtigte zu "treffen", sollten in der gleichen Weise behandelt werden, wie solche, mit denen er sich in seiner Epistel befaßt hat, und sie wurden lehrmäßig behandelt. Auf ähnliche Art, wie er sie belehrt hatte bezüglich gewisser Angelegenheiten dort, so würde er sie dann bei seiner Ankunft belehren bezüglich der restlichen Dinge; doch die Korinther selbst, nicht Paulus, waren diejenigen, die mit der Situation fertig zu werden hatten.

Da Petrus und Johannes Apostel waren, wie kam es, daß sie Älteste in der Kirche in Jerusalem waren? (1Pet 5,1; 2Joh 1; 3Joh 1). Sie waren Älteste ebenso wie Apostel, weil sie nicht nur für die Arbeit an verschiedenen Orten verantwortlich waren, sondern auch für die Kirche in ihrem eigenen Platz. Wenn sie ausgingen, dienten sie in der Eigenschaft von Aposteln und trugen die Verantwortung für die Arbeit an anderen Plätzen. Wenn sie nach Hause zurückkehrten, erfüllten sie sie die Aufgaben als Älteste und trugen die Verantwortung der lokalen Kirche. Es war nicht aus dem Grund, daß sie Apostel waren, daß sie Älteste in Jerusalem waren; sie waren Älteste dort einzig aus dem Grund, daß sie lokale Menschen waren von größerer geistiger Reife als ihre Brüder.

Paulus wurde von Antiochien ausgesendet und gründete eine Kirche in Ephesus. Wir wissen, daß er nicht das Amt des Ältesten in irgendeiner Kirche hielt, es würde aber möglich für ihn gewesen sein, ein Ältester in Antiochien zu sein, nicht in Ephesus. Er verbrachte drei Jahre in Ephesus, doch er arbeitete dort in der Eigenschaft eines Apostels, nicht eines Ältesten: das ist, er übernahm keine Verantwortung und übte kein Autorität aus in lokalen Angelegenheiten, aber widmete sich einfach seinem apostolischen Dienst. Laßt uns sorgfältig bemerken, daß es da keine Ältesten in der universellen Kirche gibt und keine Apostel in der lokalen Kirche.


Ihre Verantwortungen

Es ist die Verantwortung eines jeden geretteten Menschen dem Herrn zu dienen, nach seiner Fähigkeit und in seiner eigenen Sphäre. Gott ernannte nicht Älteste, um die Arbeit für ihre Brüder zu tun. Nach der Ernennung von Ältesten, wie bevor, ist es immer noch der Brüder Pflicht und Privileg dem Herrn zu dienen. Älteste werden auch "Bischöfe" genannt (Apg 20,28; Tit 1,5, 7). Der Ausdruck "Älteste" bezieht sich auf ihre Person; der Ausdruck "Bischof" auf ihre Arbeit. "Bischof" bedeutet "Aufseher," und ein Aufseher ist nicht einer der arbeitet anstatt anderer, sondern einer, der andere beaufsichtigt, wie sie arbeiten. Gott beabsichtigte, daß jeder Christ ein "christlicher Arbeiter" sein sollte, und er ernannte einige, die Aufsicht der Arbeit zu übernehmen, so daß sie effizient fort geführt wird. Es war niemals

 

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sein Gedanke, daß die Mehrheit der Gläubigen sich ausschließlich weltlichen Angelegenheiten widmen und die Kirchenangelegenheiten einer Gruppe von geistigen Spezialisten überlassen sollte. Dieser Punkt kann nicht überbetont werden. Älteste sind nicht eine Gruppe Menschen, die einen Vertrag schließen, die Kirchenarbeit zu tun für ihre Mitglieder; sie sind nur die Häuptlinge, die die Angelegenheiten beaufsichtigen. Es ist ihr Geschäft, die Rückständigen zu ermutigen und die nach vorwärts gerichteten zurückzuhalten, niemals die Arbeit anstatt ihnen zu tun, doch einfach sie leiten, sie zu tun.

Die Verantwortung eines Ältesten betrifft weltliche und geistige Angelegenheiten. Sie sind ernannt "vorzustehen," und auch zu "unterrichten" und "hüten." "Die Ältesten, die wohl vorstehen, die halte man zweifacher Ehre wert, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre." (1Tim 5,17). "Weidet die Herde Christi, die euch befohlen ist und sehet wohl zu, nicht gezwungen, sondern willig; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; nicht als übers Volk herrschen, sondern werdet Vorbilder der Herde" (1Pet 5,2 3).

Das Wort Gottes benutzt den Ausdruck "vorstehen" im Zusammenhang mit den Verantwortungen eines Ältesten. Das Ordnen von Kirchenregierung, das Leiten von Geschäftsangelegenheiten und die Sorge für materielle Dinge, sind alle unter ihrer Kontrolle. Wir müssen aber daran denken, daß eine Kirche nach der Schrift nicht aus einer aktiven und einer passiven Gruppe von Brüdern besteht, die ersteren die letzteren kontrollieren und die letzteren sich einfach ihrer Kontrolle unterwerfen, oder die ersteren alle Last tragen, während die letzteren in Ruhe sich niederlassen, um den Vorteil ihrer Arbeit zu genießen. "Daß die geringeren Teile besonders geehrt werden" (1Kor 12,24, Die Gute Nachricht). Jede Kirche nach Gottes eigenem Herz trägt den Stempel "einer für den anderen" in allem ihrem Leben und ihrer Aktivität. Gegenseitigkeit ist ihr hervorstechendes Merkmal. Wenn die Ältesten dies aus den Augen verlieren, dann wird ihr Regieren der Kirche bald in herumkommandieren der Kirche geändert. Sie wurden nicht ernannt, "Herren" ihrer Brüder zu sein, sondern ihre "Beispiele" zu sein. Was ist ein Beispiel? Es ist ein Muster für andere zu folgen. Für die Ältesten Muster für die Brüder zu sein, implizierte, daß die Brüder arbeiteten und die Ältesten arbeiteten auch. Es implizierte, daß die Ältesten mit besonderer Emsigkeit und Sorge arbeiteten, damit die Brüder ein gutes Beispiel haben sollten, zu folgen. Solches ist die Auffassung der Schrift von der Herrschaft der Ältesten.

Doch ihre Verantwortung betrifft nicht bloß die materielle Seite der Kirchenangelegenheiten. Wenn Gott sie mit geistigen Gaben ausgerüstet hat, dann sollten sie auch geistige Verantwortung tragen. Paulus schrieb an Timotheus, "Die Ältesten, die wohl vorstehen, die halte man zweifacher Ehre wert, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre." (1Tim 5,17). Es ist die Verantwortung aller Ältesten die Angelegenheiten der Kirche zu kontrollieren, doch solche, die besondere Gaben haben (wie der Prophezeiung

 

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oder Lehre) sind frei, diese auszuüben zum geistigem Aufbau der Kirche. Paulus schrieb an Titus, daß ein Ältester "mächtig sei, zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher." (Tit 1,9). Das Predigen und Lehren in der lokalen Kirche ist nicht das Geschäft von Aposteln, sondern der lokalen Brüder, die im Dienst sind, besonders, wenn sie Älteste sind.

Auf der geistigen Seite der Arbeit helfen die Ältesten die Kirche aufzubauen, nicht nur durch lehren und predigen, sonder durch pastoral Arbeit. Die Herde zu hüten ist besonders die Arbeit der Ältesten. Paulus sagte den Epheser Ältesten: "So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, unter welche euch der heilige Geist gesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes" (Apg 20,28). Und Petrus schrieb in der gleichen Art an die Ältesten der Zerstreuung, "Weidet die Herde Christi, die euch befohlen ist" (1Pet 5,2). Die Vorstellung heutzutage von Pastoren ist weit entfernt vom Gedanken Gottes. Gottes Gedanke war, daß Menschen von unter den lokalen Brüdern gewählt die Herde hüten sollen, nicht daß Menschen, die von anderen Teilen kommen das Evangelium predigen, Kirchen gründen, und sich dann niederlassen, um für solche Kirchen zu sorgen.


Die Vielzahl der Ältesten

Diese Arbeit des Regierens, Lehrens und Hütens der Herde, das wir gesehen haben der besondere Dienst der Ältesten zu sein, fällt nicht auf nur einen Menschen zu in irgendeinem Platz. In der Schrift sehen wir, daß da immer mehr als ein Ältester oder Bischof in einer lokalen Kirche war. Wenn die Leitung der ganzen Kirche auf einem Menschen ruht, wie leicht ist es für ihn eingebildet zu werden, sich selbst erachten über die Maßen und die anderen Brüder unterdrücken (3Joh). Gott hat bestimmt, daß mehrere Älteste zusammen die Arbeit der Kirche teilen, damit nicht ein Einzelner in der Lage sein sollte, die Dinge nach seinem eigenen Belieben zu führen und die Kirche als sein besonderes Eigentum behandelt und den persönlichen Eindruck seiner Persönlichkeit auf all ihrem Leben und Arbeit läßt. Die Verantwortung in die Hände von mehreren Brüdern, lieber als in die Hände eines Einzigen, zu legen, ist Gottes Art seine Kirche zu schützen gegen die Übel, die von der Herrschaft einer starken Persönlichkeit herrühren. Gott hat beabsichtigt, daß mehrere Brüder vereint Verantwortung in der Kirche tragen sollen, damit sogar in der Kontrolle ihrer Angelegenheiten, sie einer auf den anderen angewiesen ist und einer sich dem anderen unterwirft. So werden sie auf eine experimentelle Art die Gelegenheit haben, der Wahrheit des Leibes von Christus praktischen Ausdruck zu geben. So wie sie einander ehren und einander der Führung des Geistes anvertrauen, nimmt keiner den Platz des Hauptes ein, doch jeder betrachtet die anderen als gleichgestellte Mitglieder, das Element der "Gegenseitigkeit," die das besondere Merkmal der Kirche ist, wird bewahrt werden.

 

 

Dies ist das Ende von "3. Die Ältesten ernannt von den Aposteln".
Zur englischen Version dieses Kapitels: 3. The Elders Appointed by the Apostles

 

 

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