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Das normale christliche Kirchenleben

Watchman Nee

 

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2. Die Trennung und die Bewegungen der Apostel

 

Die Kirche in Antiochien ist die Modellkirche, die uns in Gottes Wort gezeigt wird, weil sie die erste war, die entstand, nach der Gründung der Kirchen in Verbindung mit den Juden und den Heiden. In dem zweiten Kapitel der Apostelgeschichte sehen wir die Kirche im Zusammenhang mit den Juden in Jerusalem errichtet, und im zehnten Kapitel sehen wir die Kirche in Verbindung mit den Heiden errichtet im Haus des Kornelius. Es war gerade nach der Errichtung dieser Kirchen, daß die Kirche in Antiochien gegründet wurde. In ihrem Übergangsstadium war die Kirche in Jerusalem nicht ganz frei vom Judaismus, doch stand die Kirche in Antiochien von Anfang an auf völlig klarem Kirchengrund. Es ist von keiner kleinen Bedeutung, daß "daher die Jünger am ersten zu Antiochien Christen genannt wurden" (Apg 11,26). Es war dort, daß die eigentümlichen charakteristischen Merkmale des Christen und der christlichen Kirche zuerst klar sichtbar wurden, aus welchem Grunde es als die Musterkirche für dieses religiöse System betrachtet werden mag. Ihre Propheten und Lehrer waren Musterpropheten und –lehrer, und die Apostel, die sie aussandte, waren Musterapostel. Nicht nur sind die ausgesendeten Menschen ein Beispiel für uns, sondern die Art ihrer Aussendung ist auch unser Beispiel.

Seit dem Abschluß des Neuen Testaments hat der heilige Geist viele der Kinder Gottes in der ganzen Welt gerufen, ihm zu dienen, aber genau genommen kann keins von ihnen als unser Beispiel betrachtet werden. Wir müssen immer zur ersten Tat des heiligen Geistes in jeder Richtung blicken, um sein Muster für uns in der besonderen Richtung zu erkennen. Die erste aufgezeichnete Aussendung von Arbeitern von der ersten, auf absolutem klaren Kirchengrund stehenden Kirche, ist unser bestes Beispiel beim Aussenden von Aposteln oder Missionaren.


Des heiligen Geistes Ruf

In den ersten zwei Versen der Apostelgeschichte 13 lesen wir: "Es waren aber

 

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zu Antiochien in der Gemeinde Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simon, genannt Niger, und Luzius von Kyrene und Manahen, der mit Herodes dem Vierfürsten erzogen war, und Saulus. Da sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe." (Acts 13:1-2) Man beachte hier freundlicherweise ein paar Tatsachen. Da gab es eine lokale Kirche in Antiochien; da waren gewisse Propheten und Lehrer, die waren Diener in der Kirche, und es war unter ihnen, daß der heilige Geist zwei trennte, für eine andere Sphäre des Dienstes. Barnabas und Saulus waren zwei Diener des Herrn, die bereits an dem Dienst beteiligt waren, als der Ruf des Geistes kam. Der heilige Geist sendet nur zu anderen Teilen solche, die schon für die Arbeit ausgerüstet sind und Verantwortung tragen, wo sie sind, nicht solche, die ihre Begabung vergraben und lokale Bedürfnisse vernachlässigen, während sie von irgendeinem Tag in der Zukunft träumen, wenn der Ruf zu einem besonderen Dienst kommen wird. Laßt uns zuerst beachten, daß der heilige Geist Apostel von unter den Propheten und Lehrern wählt.

"Da sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe." Diese Propheten und Lehrer dienten so ganz-herzig dem Herrn, daß wenn die Gelegenheit es verlangte, sie sogar ihre legitimen Ansprüche ihrer physischen Wesen ignorierten und fasteten. Was die Gedanken dieser Propheten und Lehrer in Antiochien füllte, war der Dienst für den Herrn, nicht Arbeit für ihn. Ihre Hingabe war für den Herrn selbst, nicht für seinen Dienst, und es war während Barnabas und Saulus ihm dienten, daß die Stimme des Geistes gehört wurde und sie zum besonderen Dienst rief.

Es war der göttliche Ruf auf den sie reagierten, nicht der Ruf menschlicher Bedürfnisse. Sie hatten keine Berichte gehört, von Menschenfressern oder Kopfjäger-Wilden. Ihr Mitgefühl wurde nicht entfacht von traurigen Erzählungen von Kinder-Heirat, oder Fußbindung, oder Opiumrauchen. Sie hatten keine Stimme gehört, als nur die Stimme des Geistes; sie hatten keine Ansprüche gesehen, als nur die Ansprüche von Christus. Kein Appell an ihr natürliches Heldentum oder Liebe für Abenteuer war gemacht worden. Sie kannten nur einen Appell – den Appell ihres Herrn. Es war die Herrschaft von Christus, die ihren Dienst beanspruchte, und es war auf seine Autorität allein, daß sie fortgingen. Ihr Ruf war ein geistiger Ruf. Kein natürlicher Faktor beteiligte sich daran. Es war der heilige Geist, der sagte, "Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe." Alle geistige Arbeit muß mit dem Ruf des Geistes beginnen. Alle göttliche Arbeit muß göttlich initiiert sein. Der für die Arbeit vorgestellte Plan mag großartig sein, der Grund angemessen, die Not dringend, und der gewählte Mensch sie auszuführen mag vorzüglich geeignet sein; doch wenn der heilige Geist nicht gesagt hat, "Sondert mir aus diesen Mann zu dem Werk, dazu

 

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ich ihn berufen habe," kann er niemals ein Apostel sein. Er mag ein Prophet oder ein Lehrer sein, er ist aber kein Apostel. Gott wünscht sich den Dienst seiner Kinder, doch er macht Einberufene, er will keine Freiwilligen. Die Arbeit ist seine, und er ist ihr einziger legitimer Urheber. Menschliche Absicht, egal wie gut, kann niemals den Platz der göttlichen Einsetzung einnehmen. Ernsthaftes Verlangen nach der Errettung von Sündern oder Erbauung der Heiligen wird niemals einen Menschen zu Gottes Arbeit berechtigen. Eine Voraussetzung, und nur eine, ist nötig – Gott muß ihn senden.

Es war der heilige Geist, der sagte, "Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe." Nur der göttliche Ruf kann zum apostolischen Amt berechtigen. Die Tragödie in der christlichen Arbeit heute ist, daß so viele der Arbeiter einfach heraus gegangen sind; sie wurden nicht gesandt. Persönliches Verlangen, freundliche Überredung, der Rat ihrer Ältesten und der Drang nach Gelegenheit – all diese sind Faktoren auf der natürlichen Ebene, und sie können niemals den Platz eines geistigen Rufes einnehmen. Das ist etwas, was im menschlichen Geist registriert werden muß, durch den Geist Gottes.

Als Barnabas und Saulus ausgesandt wurden, rief der Geist sie zuerst, dann bestätigten die Brüder den Ruf. Die Brüder mögen sagen, Du hast einen Ruf, und Umstände mögen es anzudeuten scheinen, doch die Frage ist, hast Du selbst den Ruf gehört? Wenn Du ausgehen sollst, dann bist Du derjenige, der die Stimme des Geistes hören muß. Wir wagen nicht, die Meinung der Brüder zu ignorieren, doch ihre Meinung ist kein Ersatz für einen persönlichen Ruf von Gott.

Wenn Gott den Dienst irgendeines seiner Kinder wünscht, wird er selbst es zu sich rufen, und er selbst wird es aussenden. Die erste Voraussetzung in göttlicher Arbeit ist ein göttlicher Ruf. Alles hängt hiervon ab. Ein göttlicher Ruf gibt Gott seinen rechtmäßigen Platz, denn er erkennt ihn als den Urheber der Arbeit. Wo es da keinen Ruf von Gott gibt, ist die unternommene Arbeit nicht von göttlichem Ursprung, und sie hat keinen geistigen Wert. Göttliche Arbeit muß göttlich initiiert sein. Ein Arbeiter mag direkt vom Geist gerufen sein, oder indirekt durch das Lesen des Wortes, durch Predigen, oder durch Umstände; doch was immer für Mittel Gott gebrauchen mag, um seinen Willen dem Menschen wissen zu lassen, seine Stimme muß diejenige sein, die gehört wird durch jede andere Stimme; er muß derjenige sein, der spricht, ganz gleich durch welches Instrument der Ruf kommen mag. Wir müssen niemals unabhängig sein von den anderen Mitgliedern des Leibes, doch wir müssen niemals vergessen, daß wir alle unsere Führung vom Kopf erhalten.


Trennung der Arbeiter

Ja, es war der heilige Geist, der Barnabas und Saulus rief, aber er sagte zu den anderen Propheten und Lehrern ebenso wie zu ihnen,

 

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"Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe." Der heilige Geist sprach direkt zu den Aposteln, aber er sprach auch indirekt durch die Propheten und Lehrer. Was im Privaten zu den zwei gesprochen wurde, wurde öffentlich durch die anderen drei bestätigt. Alle Apostel müssen eine persönliche Offenbarung des Willens Gottes haben, doch das allein zur Grundlage ihres Ausgesendetseins zu machen, genügt nicht. Auf der einen Seite kann die Meinung anderer, egal wie geistig und egal wie erfahren, niemals ein Ersatz sein für einen direkten Ruf von Gott. Auf der anderen Seite, erfordert ein persönlicher Ruf, egal wie definitiv, die Bestätigung des Vertreters der Mitglieder des Leibes von Christus in der Lokalität, von der die Arbeiter ausgehen.

Laßt uns bemerken, daß der heilige Geist nicht der Kirche in Antiochien sagte, "Sondert mir aus Barnabas und Saulus." Er sprach zu den Propheten und Lehrern. Für Gott seinen Willen der ganzen Versammlung bekannt zu machen, würde kaum durchführbar gewesen sein. Einige ihrer Mitglieder waren geistig reif, doch andere waren nur Unmündige in Christus. Gott sprach deshalb zu einer repräsentativen Gesellschaft in der Kirche, zu Menschen von geistiger Erfahrung, die völlig seinen Interessen ergeben waren.

Und hier war das Ergebnis - "Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie gehen" (Apg 13,3). Dem trennen der Apostel von den Propheten und Lehrern folgte dem Ruf, der zu ihnen vom Geist kam. Der Ruf war persönlich, die Trennung war körperschaftlich; und der eine war nicht ohne die andere komplett. Ein direkter Ruf von Gott, und eine Bestätigung dieses Rufs in der Trennung der Gerufenen durch die Propheten und Lehrer, ist Gottes Bereitstellung gegen freie Mitarbeiter in seinem Dienst.

Das Rufen eines Apostels ist das Sprechen des heiligen Geistes direkt zu dem Gerufenen. Die Trennung eines Apostels ist das Sprechen des heiligen Geist indirekt durch die Mitarbeiter des gerufenen. Es ist der heilige Geist, der die Initiative ergreift, sowohl im rufen als auch im trennen der Arbeiter. Deshalb wenn die repräsentativen Brüder irgendeiner Versammlung einen Menschen zum Dienst des Herrn trennen, müssen sie sich fragen, Tun wir dies aus unserer eigenen Initiative heraus, oder als den Geist Gottes repräsentierend? Sie müssen fähig sein von jedem Arbeiter den sie herausschicken zu sagen, Er wurde vom heiligen Geist herausgesandt, nicht vom Mensch. Keine Trennung von Arbeitern sollte hastig oder leichthin getan werden. Es war aus diesem Grund, daß Fasten und Gebet dem Heraussenden von Barnabas und Saulus voran gingen.

Bezüglich allen Herausgesendeten, sie müssen diese beiden Aspekte in ihrer Trennung für den Dienst Gottes beachten. Auf der einen Seite muß da ein direkter Ruf von Gott sein und eine persönliche Erkenntnis dieses Rufs. Auf der anderen Seite muß es da eine Bestätigung geben von

 

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diesem Ruf durch die repräsentativen Mitglieder des Leibes von Christus. Und bezüglich aller, die verantwortlich sind für das Aussenden anderer, sie müssen auf der einen Seite in einer Position sein, die Offenbarung des Geistes zu erhalten und den Sinn des Herrn wahrnehmen; auf der anderen Seite müssen sie fähig sein, verständnisvoll in die Erfahrung derer einzugehen, die sie, als die vertretenden Mitglieder des Leibes von Christus, im Namen des Herrn heraussenden. Das Prinzip, das die Aussendung der ersten Apostel regierte, regiert immer noch das Aussenden aller Apostel, die wahrlich vom Geist für die Arbeit Gottes ernannt sind.


Der Ausdruck des Leibes

Aus welchem Grund trennten diese Propheten und Lehrer gewisse Menschen als Apostel, und wen repräsentierten diese Propheten und Lehrer? Warum trennten sie, und nicht die gesamte Kirche, diese Arbeiter? Was ist die Bedeutung einer solchen Trennung, und was ist die erforderliche Voraussetzung dererseits, die Verantwortung in der Sache übernehmen?

Die erste Sache, die wir erkennen müssen, ist, daß Gott alle seine Kinder in den einen Leib inkorporiert hat.

Wenn wir von dem einen Leib sprechen, betonen wir das Einssein des Lebens aller Kinder Gottes: Wenn wir von seinen vielen Mitgliedern sprechen, betonen wir die Vielfalt der Funktionen in dieser Einheit. Das charakteristische Merkmal des ersteren ist Leben: das charakteristische Merkmal des letzteren ist Arbeit. In einem physischen Körper unterscheiden sich die Mitglieder von einander, doch funktionieren sie als eins, weil sie ein Leben teilen und haben den Aufbau des ganzen Körpers als ihr Ziel.

Weil der Leib von Christus diese zwei verschiedenen Aspekte hat – Leben und Dienst – hat er infolgedessen zwei verschiedene äußere Erscheinungsformen. Die Kirche an einem Ort wird benutzt, das Leben des Leibes auszudrücken, und die Gaben in der Kirche werden benutzt, den Dienst ihrer Mitglieder auszudrücken. In anderen Worten, jede örtliche Kirche sollte auf dem Grund des Leibes stehen, bezüglich ihrerselbst als ein Ausdruck der Einheit des Lebens des Leibes, und sie sollte auf keinen Fall Teilung zulassen, da sie als die Erscheinungsform eines unteilbaren Lebens existiert. Die verschiedenen Diener der Kirche sollten ebenso auf dem Grund des Leibes stehen, bezüglich ihrerselbst als ein Ausdruck der Einheit ihrer verschiedenen Dienste. Perfekte Zusammengehörigkeit und Kooperation sollte alle ihre Aktivitäten charakterisieren, denn obwohl ihre Funktionen verschieden sind, ist ihr Dienst wirklich eins.

Ein flüchtiges lesen von Eph 4,11-12 mag uns dazu führen zu schließen, daß Apostel, Propheten, Evangelisten, Pastoren und Lehrer außerhalb des Leibes fungieren, weil sie vom Herrn seiner Kirche gegeben wurden zu ihrem Aufbau (Vers 12); doch der sechzehnte Vers

 

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macht es deutlich, daß sie nicht außerhalb des Leibes stehen, um ihn aufzubauen: sie suchen, ihn von innerhalb aufzubauen. Sie selbst sind Teil des Leibes, und es ist erst wenn sie ihren rechtmäßigen Platz in ihm einnehmen, als dienende Mitglieder, daß der ganze Leib aufgebaut wird.

Daß Kirchen der örtliche Ausdruck des Leibes von Christus sind, ist eine etablierte Tatsache, wir brauchen deshalb hier nicht darauf einzugehen; doch eine Erklärung wird verlangt bezüglich des begabten Dieners, den Gott in die Kirche gesetzt hat als den Ausdruck des Dienstes des Leibes. In 1Kor 12 beschäftigt sich Paulus deutlich mit der Frage des christlichen Dienstes. Er vergleicht die Arbeiter mit verschiedenen Gliedern des Leibes, und zeigt, daß jedes Glied seine besondere Verwendung hat, und alle dem Leib dienen, als ihm zugehörig, nicht als verschieden von ihm. In Vers 27 schreibt er: "Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil"; und im folgenden Vers sagt er, (Einheitsübersetzung) "So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die anderen als Propheten, die dritten als Lehrer, ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede." Ein Studium dieser beiden Verse macht es klar, daß die begabten Diener des Verses 28 die Mitglieder des Verses 27 sind, und daß die Kirche des Verses 28 der Leib des Verses 27 ist; deshalb, was Diener für die Kirche sind, sind die Glieder für den Leib. Die begabten Diener sind funktionierenden Glieder des Leibes, und alle ihre Operationen sind als Mitglieder. Sie sind für die Kirche, was Hände, Füße, Mund und Kopf sind für den physischen Körper. Sie sind in dem Leib und dienen ihm durch den Gebrauch der Fakultäten, die sie, als Mitglieder, besitzen.

Beim lesen von 1Kor 12,28 kann man nicht umhin aufgehalten zu werden durch den auffallenden Unterschied zwischen der Beschreibung der ersten drei Gaben und den restlichen fünf. Paulus, unter der Inspiration des Geistes, bemüht sich besonders sie einzeln aufzuzählen, "aufs erste die Apostel, aufs andre die Propheten, aufs dritte die Lehrer." Die ersten drei sind besonders nummeriert, doch nicht der Rest; und sie sind auch recht unterschiedlich in ihrem Wesen wie ihre Nummerierung. Sie sind Menschen, der Rest sind Dinge. Die drei zuerst genannten Gaben des Herrn an seine Kirche – Apostel, Propheten und Lehrer – stehen für sich von all den anderen. Sie sind Diener der Wortes Gottes, und ihre Funktion, den Leib von Christus aufzubauen, ist die wichtigste Funktion in der Kirche. Sie sind die Vertreter des Dienstes des Leibes.

Die einzige Aufzeichnung der Schrift der Aussendung von Aposteln wird in der Apostelgeschichte 13 gefunden, und dort sehen wir, daß es die Propheten und Lehrer sind, die sie bereitstellen für ihren Dienst. Die Schrift liefert keinen Präzedenzfall für die Trennung und Aussendung von Menschen durch einen oder mehrere Einzelne, oder durch irgendwelche Mission oder Organisation; sogar das Aussenden von Arbeitern durch eine örtliche Kirche ist eine unbekannte Sache im Wort Gottes. Das einzige uns zur Verfügung gestellte Beispiel dort ist die Trennung und Aussendung von Aposteln durch Propheten und Lehrer.

 

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Was ist die Bedeutung hiervon? In Antiochien waren die Propheten und Lehrer von Gott gewählt, Barnabas und Saulus für seinen Dienst zu trennen, weil sie die dienenden Mitglieder der Kirche waren, und diese Trennung der Apostel war eine Frage des Dienstes eher denn Leben. Hätte es eine Beziehung zum Leben gehabt, und nicht besonders zum Dienst, dann würde es die Angelegenheit der ganzen örtlichen Kirche gewesen sein, nicht bloß ihrer dienenden Mitglieder. Doch sollte es beachtet sein, daß, obwohl Barnabas und Saulus nicht getrennt wurden für die Arbeit durch die ganze Kirche, waren sie nicht ausgesandt als Vertreter einiger weniger ausgewählter Mitglieder, sondern als Vertreter des ganzen Leibes. Ihr Getrenntsein von den Propheten und Lehrern, deutete darauf hin, daß sie nicht auf individuellen Linien ausgingen, oder auf der Basis irgendeiner Organisation, sondern auf Grund des Dienstes des Leibes. Die Betonung, wie wir gesehen haben, war auf Dienst, nicht auf Leben, doch war es ein Dienst, der die ganze Kirche vertrat, nicht irgendein besonderer Teil von ihr vertrat.

Indem Barnabas und Saulus von Antiochien ausgesendet wurden, standen die Propheten und Lehrer für keine "Kirche" oder Mission; sie vertraten den Dienst des Leibes. Sie waren nicht die ganze Kirche, sie waren nur eine Gruppe von Gottes Dienern. Sie trugen keinen besonderen Namen, sie waren durch keine besondere Organisation gebunden, und sie waren keinen festgelegten Regeln untertan. Sie unterwarfen sich einfach der Kontrolle des Geistes und trennten solche, die er getrennt hatte für die Arbeit, für die er sie gerufen hatte. Sie selbst waren nicht der Leib, doch standen sie auf dem Grund des Leibes, unter der Autorität des Hauptes. Unter der Autorität, und auf dem Grund, trennten sie Menschen, Apostel zu sein; und unter der gleichen Autorität, und auf dem gleichen Grund, können andere das gleiche tun. Die Trennung der Apostel auf diesem Prinzip wird bedeuten, daß die ausgesendeten Menschen verschieden sein mögen, solche die sie senden mögen verschieden sein, und die Zeit und der Ort ihrer Sendung mag auch verschieden sein; aber da alles unter der Direktion des einen Hauptes ist, und auf dem Grund des einen Leibes, wird es da doch keine Teilung geben. Wenn Antiochien Menschen aussendet basierend auf dem Leib, und Jerusalem sendet Menschen aus auf der Basis des Leibes, wird da doch ein nach innen gehendes Einssein sein, trotz aller äußeren Vielfalt. Wie großartig würde es sein, wenn es da keine Vertreter von verschiedenen irdischen Körpern gäbe, sondern nur Vertreter des Leibes, des Leibes von Christus. Wenn tausende von örtlichen Kirchen, mit tausenden von Propheten und Lehrern, jede tausende von verschiedenen Arbeitern aussendet, da gäbe es eine riesige äußerliche Vielfalt, doch da könnte immer noch perfekte nach innen gerichtete Einheit sein, wenn alle ausgesendet wären unter der Direktion des einen Hauptes und auf dem Grund des einem Leibes.

Daß Christus das Haupt der Kirche ist, ist eine anerkannte Tatsache, doch diese Tatsache benötigt Betonung in Bezug auf den Dienst sowohl als auch des

 

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Lebens der Kirche. Christlicher Dienst ist der Dienst der ganzen Kirche, nicht bloß eines Teiles von ihr. Wir müssen dafür sorgen, daß unsere Arbeit auf keinem geringeren Grund ist, als dem Leib von Christus. Andernfalls verlieren wir die oberste Leitung von Christus, denn Christus ist nicht das Haupt irgendeines Systems, oder Mission, oder Organisation: Er ist das Haupt der Kirche.

In der Schrift finden wir keine Spur von vom Menschen geschaffenen Organisationen, die Menschen ausschicken, um das Evangelium zu predigen. Wir finden nur Vertreter des Dienstes der Kirche, unter der Führung des Geistes und auf dem Grund des Leibes, die solche aussenden, die der Geist schon getrennt hat für die Arbeit. Wenn solche Verantwortlichen für das Aussenden der Arbeiter, sie aussenden, nicht als ihre eigenen Vertreter oder die Vertreter irgendeiner Organisation, sondern nur als Vertreter des Leibes von Christus, und wenn solche Ausgesendeten auf dem Grund von keiner besonderen "Kirche" oder Mission ständen, sondern auf dem Grund der Kirche alleine, dann ganz egal aus welchen Orten die Arbeiter kamen oder zu welchen Orten sie gingen, Kooperation und Einigkeit würde immer möglich sein und viel Verwirrung vermieden.


Ihre Bewegungen

Nachdem die Apostel vom Geist gerufen waren und getrennt waren für die Arbeit durch die repräsentativen Mitglieder des Leibes, was taten sie? Wir müssen uns erinnern, daß solche, die sie trennten, keine Autorität hatten, die Apostel zu steuern. Solche Propheten und Lehrer an der Basis übernahmen keine offizielle Verantwortung in Bezug auf ihre Bewegungen, ihre Methoden der Arbeit, oder die Versorgung ihrer finanziellen Bedürfnisse. In der Schrift finden wir nirgends, daß Apostel unter der Kontrolle von irgendwelchen Einzelnen oder irgendwelcher organisierter Gesellschaft sind. Sie hatten keine Vorschriften an die sie sich zu halten hatten und keinen Vorgesetzten zu gehorchen. Der heilige Geist rief sie und sie folgten seiner Leitung und Führung. Er allein war ihr Direktor.

In den Kapiteln 13 und 14 des Buches der Apostelgeschichte finden wir die erste schriftmäßige Aufzeichnung von Missionarsbewegungen. Obwohl heute die Orte, die wir besuchen und die Umstände, denen wir begegnen, riesig anders sein mögen von denen der Aufzeichnung der Schrift, doch im Prinzip mag die Erfahrung der ersten Apostel gut als unser Beispiel dienen. Laßt uns für einen Augenblick auf diese zwei Kapitel blicken.

"Diese nun, wie sie ausgesandt waren vom heiligen Geist, kamen sie gen Seleucia, und von da schifften sie gen Zypern. Und da sie in die Stadt Salamis kamen, verkündigten sie das Wort Gottes in der Juden Schulen; sie hatten aber auch Johannes zum Diener. Und da sie die Insel durchzogen bis zu der Stadt Paphos, fanden sie einen Zauberer" (Apg 13,4-6). Gleich von Anfang an hat ständige Bewegung die Ausgesendeten charakterisiert. Ein wahrer Apostel ist ein Reisender, nicht ein Siedler.

 

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"Da aber Paulus und die um ihn waren, von Paphos schifften, kamen sie gen Perge im Lande Pamphylien. Johannes aber wich von ihnen und zog wieder gen Jerusalem. Sie aber zogen weiter von Perge und kamen gen Antiochien im Lande Pisidien und gingen in die Schule am Sabbattage und setzten sich" (Apg 13,13-14). (Das hier erwähnte Antiochien ist nicht das gleiche wie das Antiochien von dem Barnabas und Saulus auf ihrer ersten Missionarstour ausreisten). Die Apostel waren dauern in Bewegung und verkündeten das Wort Gottes wo immer sie hinkamen, doch bis sie Antiochien in Pisidien erreichten, wird uns nichts gesagt über das Ergebnis ihrer Arbeiten. Von diesem Punkt gibt es eine eindeutige Entwicklung in der Arbeit.

"Und als die Gemeinde der Schule voneinander ging, folgten Paulus und Barnabas nach viele Juden und gottesfürchtige Judengenossen. Sie aber sagten ihnen und ermahnten sie, daß sie bleiben sollten in der Gnade Gottes" (Apg 13,43). Hier ist das Ergebnis einer kurzen Periode des Zeugnisses in Antiochien in Pisidien – viele der Juden und der religiösen Proselyten glaubten. Eine Woche später versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort zu hören (Vers 44); doch diese begeisterte Reaktion seitens der Menschen provozierte die Juden zum Neid und sie wendeten sich gegen die Apostel (Vers 45). Zu diesem Zeitpunkt wandten sich die Apostel an die Heiden (Vers 46), und "und wurden gläubig, wie viele ihrer zum ewigen Leben verordnet waren" (Vers 49). Am vorangegangenen Sabbat hatten eine Anzahl von Juden das Wort des Lebens erhalten. Diesen Sabbat glaubten ein Anzahl von Heiden an den Herrn. Also nicht lange nach der Ankunft der Apostel in Antiochien des Pisidiens finden wir dort eine Kirche.

Doch die Apostel vertraten nicht die Ansicht, "Nun haben wir hier eine Gruppe von Gläubigen, wir müssen eine Weile bleiben und sie hüten." Sie gründeten eine lokale Kirche in Antiochien des Pisidia, aber sie blieben dort nicht, sie aufzubauen. Sie zogen weiter und veröffentlichten das Wort des Herrn "durch die ganze Gegend" (Vers 49). Ihr Ziel war nicht eine Stadt, sondern "die ganze Gegend." Der moderne Brauch sich niederzulassen an einem Ort, eine besondere Herde zu hüten, hat keinen Präzedenzfall in der Schrift.

Verfolgung folgte (Vers 50). Die Gegner der Botschaft des Evangeliums vertrieben die Apostel von ihren Küsten, und sie antworteten, in dem sie den Staub von ihren Füßen schüttelten (Vers 51). Manch ein heutiger Missionar hat keinen Staub von seinen Füßen zu schütteln! Doch diejenigen, die keine Staub sammeln, denen fehlt das charakteristische Merkmal eines Apostels. Die frühen Apostel siedelten sich niemals in bequemen Zuhausen an, noch hielten sie für lange an, um die Kirchen zu hüten die sie gründeten. Sie waren dauernd am herumreisen. Ein Apostel zu sein, bedeutet, herausgeschickt zu sein, das ist, immer am Ausgehen zu sein. Ein stationärer Apostel ist ein Widerspruch in sich. Ein wahrer Apostel ist jemand, der in Zeiten der Verfolgung immer Staub von seinen Füßen zu schütteln haben wird.

Was für eine Wirkung hatte diese frühe Abreise der Apostel auf die

 

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in den Anfängen steckende Kirche? Hier gab es eine Gruppe von neuen Gläubigen, bloße Unmündige in Christus, und ihre Väter im Glauben verließen sie in ihrer Unmündigkeit. Haben sie argumentiert, Warum sollte die Verfolgung die Apostel erschrecken und uns den Gegner allein ins Auge sehen lassen? Plädierten sie an die Apostel eine Weile zu bleiben und sich um ihr geistiges Wohl zu kümmern? Argumentierten sie, Wenn ihr uns jetzt verlaßt, werden wir wie Schafe ohne einen Hirten sein? Wenn beide von euch nicht bleiben können, dann kann doch sicherlich zumindest einer zurückbleiben und sich um uns kümmern. Die Verfolgung ist so intensiv, wir werden da niemals ohne eure Hilfe durchkommen. Wie erstaunlich ist die Aufzeichnung der Schrift: "Die Jünger aber wurden voll Freude und heiligen Geistes" (Vers 52).

Da war keine Trauer unter den Jüngern als die Apostel gingen, weil die Abreise der Apostel eine Gelegenheit für andere war, das Evangelium zu hören. Was für sie Verlust war, war Gewinn für Ikonion. Diese Gläubigen waren nicht wie die Gläubigen heute, die auf einen niedergelassenen Pastor hoffen, sie zu belehren, ihre Probleme zu lösen und sie vor Gefahr zu schützen. Diese Apostel waren nicht wie die Apostel heute; sie waren Pioniere, keine Siedler. Sie warteten nicht bis die Gläubigen reif waren, bevor sie sie verließen. Sie wagten, sie zu verlassen in bloßer Unmündigkeit, denn sie glaubten an die Kraft des Lebens von Gott in ihnen.

Aber diese Jünger waren nicht nur mit Freude erfüllt, sie waren erfüllt mit dem heiligen Geist. Die Apostel mögen gehen, doch der Geist blieb. Wenn sie einen Pastor gehabt hätten, Licht auf all ihre Probleme zu werfen, würden sie wenig Bedürfnis für die Belehrungen des Geistes gehabt haben, und sie würden wenig Bedürfnis für seine Kraft gefühlt haben, wenn sie einen in ihrer Mitte gehabt hätten, der alle Verantwortung für die geistige Seite der Arbeit getragen hätte, während sie sich um das Weltliche kümmerten. In der Schrift gibt es nicht den leisesten Hinweis, daß Apostel sich niederlassen sollten, um die zu hüten, die sie zum Herrn geführt haben. Da gibt es Pastoren in der Schrift, doch sie sind einfach Brüder, die Gott von unter den lokalen Heiligen erweckt hat, um für ihre Mitgläubigen zu sorgen. Eine der Gründe, warum so viele heutige Bekehrte nicht mit dem Geist gefüllt sind, ist, weil die Apostel sich ansiedeln sie zu hüten und die Verantwortung auf sich selbst nehmen, die dem heiligen Geist gehört.

Lobe den Herren, daß die Apostel "gen Ikonion kamen," denn "eine große Menge der Juden und Griechen ward gläubig" (Apg 14,1). Bald "aber spaltete sich die Menge der Stadt; etliche hielten's mit den Juden und etliche mit den Aposteln" (Vers 4). Die geretteten waren offensichtlich "eine große Menge," da ihr Herauskommen von den Ungeretteten sich so auf den Ort auswirkte, um eine Spaltung in der Stadt zu verursachen. Nur eine kurze Zeit nachdem die Apostel Antiochien in Pisidia verließen, war da eine Kirche in Ikonion gegründet, und hier, wie in dem vorangegangenen Ort, war der Widerstand intensiv. Die Apostel mögen wohl argumentiert haben, daß "eine große Menge" von bloßen Unmündigen in Christus, wütender

 

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Verfolgung ausgesetzt, zu verlassen, war herzlos, und außerdem schlechte Vorgehensweise. Doch die Apostel entsprachen genau ihrer apostolischen Berufung, und entflohen "in die Städte des Landes Lykaonien, gen Lystra und Derbe" (Vers 6). Und was taten sie als sie nach Lystra kamen? Wie anderswo, so hier, "und predigten daselbst das Evangelium" (Vers 7); und wie anderswo, so hier, gab es da Widerstand und Verfolgung (Vers 19). Es ist schwierig, die Anzahl der Gläubigen in Lystra zu schätzen, doch nach der Bemerkung zu urteilen, daß die Jünger Paulus "umringten" (Vers 20), muß es mindesten ein halbes Dutzend gewesen sein, und es mag sogar Dutzende oder sogar Hunderte gewesen sein. So nun ist da eine Kirche in Lystra!

Bleibt Paulus, um sie eine Weile zu hüten, oder zumindest sich um sie zu kümmern bis die Heftigkeit des Widerstands nachgelassen hat? Nein! "Und den andern Tag ging er aus mit Barnabas gen Derbe" (Vers 20). Und dort wird wieder das Evangelium verkündet und viele Jünger werden gemacht (Vers 21). So wird eine andere Kirche gebildet! Und mit der Gründung einer Kirche in Derbe endet die erste Missionstour der Apostel.

Auf diese zwei Kapitel zurück blickend nehmen wir zur Kenntnis, daß ein grundsätzliches Prinzip die Bewegungen der Apostel bestimmt. Sie reisen von Ort zu Ort, gemäß der Führung des Geistes, predigen des Evangelium und gründen Kirchen. Nirgendwo finden wir, daß sie seßhaft werden, um die Bekehrten zu hüten und zu belehren, oder irgendwelche lokale Verantwortung in den Kirchen zu tragen, die sie gegründet haben. In Tagen des Friedens waren die Apostel in Bewegung, und in Tagen der Verfolgung ebenso. "Gehet hin!" war das Wort des Herrn, und "Gehet hin!" war die Parole der Apostel. Die hervorragende Eigenschaft eines Gesendeten ist, daß er immer unterwegs ist.


Bei ihrer Rückkehr

Doch die Frage entsteht, Wie wurden diese neuen Bekehrten gehütet und belehrt? Wie wurden die neu-gegründeten Kirchen geschaffen? Beim Studieren des Wortes Gottes finden wir, daß die Missionstour der Apostel aus einer Hin- und einer Rückreise bestand. Auf ihrer Hinreise war ihr erstes Interesse, Kirchen zu gründen. Auf ihrer Rückreise war ihr Hauptgeschäft, sie aufzubauen.

"Und sie predigten der Stadt das Evangelium und unterwiesen ihrer viele und zogen wieder gen Lystra und Ikonion und Antiochien, stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, daß sie im Glauben blieben, und daß wir durch viel Trübsale müssen in das Reich Gottes gehen." (Apg 14,21-22). Hier sehen wir, wie Paulus und Barnabas zurückkehren, um einige Bauarbeiten in den bereits gegründeten Kirchen zu tun; doch wie zuvor auf ihrer Hinreise, so nun auf ihrer Rückkehr, wurden sie niemals seßhaft in irgend einem Ort.

Es ist dann klar, daß die Apostel nicht nur von Ort zu Ort zogen und Kirchen gründeten, sie leisteten auch eindeutig Bauarbeiten.

 

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Bloß Kirchen zu gründen, ohne sie einzurichten, würde sein, wie neugeborene Babys sich selbst zu überlassen. Der Punkt zu bemerken ist hier, daß obgleich die Belehrung neuer Bekehrter und der Aufbau der Kirchen ein sehr lebenswichtiger Teil der Arbeit der Apostel war, taten sie es nicht, indem sie sich an einem Ort niederließen, sondern eher indem sie die Orte besuchten, wo sie zuvor gewesen waren.

Bevor sie einen Ort verließen, wo eine Kirche gegründet und etwas Aufbauarbeit geleistet worden war, ernannten sie Älteste, um dort Verantwortung zu tragen (Apg 14,23). Dies ist einer der wichtigsten Teile der Arbeit eines Apostels. (Dieses Thema wird in einem folgenden Kapitel ausführlicher behandelt.)

So arbeiteten die frühen Apostel, und der Segen des Herrn ruhte auf ihrer Arbeit. Wir werden gut tun, wenn wir in ihren Schritten folgen, doch müssen wir klar erkennen, daß trotzdem wir apostolische Methoden übernehmen, es sei denn wir haben apostolische Weihe, apostolischen Glauben und apostolische Kraft, werden wir doch scheitern, apostolische Ergebnisse zu sehen. Wir wagen nicht den Wert von apostolischen Methoden zu unterschätzen - sie sind absolut unentbehrlich, wenn wir apostolische Früchte haben sollen – doch wir müssen nicht die Notwendigkeit apostolischer Geistigkeit übersehen, und wir müssen nicht apostolische Verfolgung fürchten.


Zurück nach Antiochien

"Und von da schifften sie gen Antiochien, woher sie verordnet waren durch die Gnade Gottes zu dem Werk, das sie hatten ausgerichtet. Da sie aber hinkamen, versammelten sie die Gemeinde und verkündigten, wieviel Gott mit ihnen getan hatte und wie er den Heiden hätte die Tür des Glaubens aufgetan." (Apg 14,26-27) Bei ihrer Rückkehr nach Antiochien "verkündigten die Apostel wieviel Gott mit ihnen getan hatte." Es war von Antiochien, daß Paulus und Barnabas ausgegangen waren, so war es nur passend, daß bei ihrer Rückkehr sie einen Rechenschaftsbericht abgeben sollten, von des Herrn Geschäften mit ihnen, denen gegenüber, von denen sie ausgegangen waren. Berichte von der Arbeit zu geben denen gegenüber, die wahrlich mit uns die Last tagen, wird von Gottes Wort sanktioniert. Es ist nicht nur erlaubt, sonder nötig, daß die Kinder Gottes an der Basis informiert sein sollten über seine Taten im Feld, doch wir stellen gut sicher, daß unsere Berichte nicht in der Natur von Anzeigen sind.

In der Angelegenheit des Berichtens, sollten wir einerseits jede unnatürliche Zurückhaltung und gefühlsvolle Zurückgezogenheit vermeiden; andererseits müssen wir uns sorgfältig vor dem Eindringen irgendwelcher persönlicher Interessen hüten. In allen Berichten von unserer Arbeit sollte es unser Ziel sein, Gott die Ehre zu geben und geistige Bereicherung bringen zu denen, die sie teilen. Berichte als Mittel für Propaganda zu nutzen, mit der Aussicht auf materiellen Gewinn, ist äußerst niedrig, und jedem Christen unwürdig. Wenn das Motiv ist,

 

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Gott die Ehre zu geben und seinen Kindern zu nützen, doch gleichzeitig den Bedarf der Arbeit bekannt zu machen, mit der Aussicht materielle Hilfe zu erhalten, ist es immer noch weit von akzeptabel für den Herrn, und ist seinen Dienern unwürdig. Unser Ziel sollte dies allein sein – daß Gott verherrlicht sein soll und seine Kinder gesegnet. Wenn da diese perfekte Reinheit des Motivs in unseren Berichten sein würde, wie würden dann viele von ihnen anders formuliert sein!

Jedes mal wenn wir von unserer Arbeit schreiben oder sprechen, laßt uns selbst diese Fragen fragen: (1) Berichte ich mit der Sicht Werbung für mich und meine Arbeit zu erzielen? (2) Berichte ich mit dem doppelten Ziel den Herrn zu verherrlichen und die Arbeit zu annoncieren? (3) Berichte ich mit dem Ziel allein, daß Gott verherrlicht werden soll und seine Kinder gesegnet? Mag der Herr uns Gunst geben, mit unvermischten Motiven und perfekter Reinheit des Herzens zu berichten!

 

 

Dies ist das Ende von "2. Die Trennung und die Bewegungen der Apostel".
Zur englischen Version dieses Kapitels: 2. The Separation and Movements of the Apostles

 

 

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