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Astronomische Frage und Antwort 272

 

Frank L. Preuss

 

Was ist ein Wissenschaftler?

 

Wir wollen ein Beispiel nehmen.

Wir nehmen das bekannteste Beispiel, Albert Einstein.

Hier kommt ein Zitat:

Einstein, Albert (1879-1955) US-Physiker, in Deutschland geb., der die berühmten Theorien der Relativität ausarbeitete. Einstein veröffentlichte viele wichtige theoretische Papiere: seine Erklärung der Brownischen Bewegung bestätigte die Wirklichkeit des Atoms, seine Anwendung der Quantentheorie zur Fotoelektrizität brachte ihm den 1921 Nobelpreis für Physik ein. 1905 arbeitete er die besondere Theorie der Relativität aus, die völlig die Physik revolutionierte und führte, durch ihre Gleichwertigkeit von Masse und Energie (E = mc2), zur Erfindung der Atombombe. 1916 produzierte Einstein die allgemeine Theorie der Relativität. Er leistete auch andere grundsätzliche Beiträge zur Quantentheorie.

Er arbeitete die besondere Theorie der Relativität aus, die zur Erfindung der Atombombe führte.

Nun eine anderes Zitat:

Nach 1945 arbeitete er auch intensiv gegen die starke Zunahme von Kernwaffen, obwohl er selbst 1939 einen Brief an Präsident F. D. Roosevelt unterschrieben hatte, der ihn vor der Gefahr warnte, daß Deutschland eine Atombombe entwickeln könnte, und hat so vielleicht zu Bildung des Manhattan-Projekts beigetragen.

Und nun mehrere Zitate:

Hierin lag das einzigartige Drama von Einsteins Leben. Er war ein erklärter einsamer Reisender; sein Denken und sein Herz ragte in den Kosmos, er konnte sich jedoch nicht gegen das Eindringen der oft schrecklichen Ereignisse der menschlichen Gemeinschaft panzern. Fast widerstrebend gestand er ein, daß er einen "leidenschaftlichen Sinn für gesellschaftliche Gerechtigkeit und gesellschaftliche Verantwortung" hatte. Seine Berühmtheit gab ihm eine einflußreiche Stimme, die er benutzte, solche Sachen wie Pazifismus, Liberalismus, und Zionismus zu verfechten. Die Ironie dieses idealistischen Mannes war, daß sein berühmtes Postulat einer Energie-Masse-Gleichung, die erklärt, daß ein Teilchen der Materie in eine enorme Menge Energie umgewandelt werden kann, ihren spektakulären Beweis in der Schaffung der Atom- und Wasserstoff-Bomben hatte, die zerstörerischsten Waffen, die je bekannt waren.

 

Während Einstein das Ende des Krieges und die Gelegenheit für seine Theorie unter Finsternisbedingungen getestet zu werden erwartete, legte er sich mehr und mehr auf den Pazifismus fest, sogar in dem Maße, pazifistische Literatur an Sympathisanten in Berlin zu verbreiten. Seine Einstellung wurde sehr von dem französischen Schriftsteller Romain Rolland beeinflußt, den er bei einem Besuch während der Kriegszeit in der Schweiz kennenlernte.

 

Einsteins Ansicht von der Menschheit währen der Kriegsperiode erschient in einem Brief an einen Freund, den in Österreich geborenen holländischen Physiker Paul Ehrenfest:

Der alte Jehova ist immer noch draußen. Ach, er erschlägt die Unschuldigen mit den Schuldigen, die er so furchteinflößend blind schlägt, daß sie kein Schuldgefühl spüren können.... Wir haben es mit einer epidemischen Wahnvorstellung zu tun, die, unendliches Leiden verursacht habend, eines Tages verschwinden wird und für spätere Generationen eine monströse und unbegreifliche Quelle der Verwunderung werden wird. (Von Otto Nathan und Heinz Norden [Herausgeber], Einstein on Peace, 1960)

Es wird oft von Einstein gesagt, daß er naiv war bezüglich menschlicher Angelegenheiten; zum Beispiel war er bei der Ausrufung der deutschen Republik und dem Waffenstillstand 1918 überzeugt, daß Militarismus in Deutschland total abgeschafft worden war.

 

Jedoch durch all diesen Beifall, wich Einstein nicht von seiner neuen Suche ab – das mathematische Verhältnis zwischen Elektromagnetismus und Gravitation zu finden. Dies würde ein erster Schritt sein, glaubte er, die allgemeinen Gesetze zu entdecken, die das Verhalten von allem im Universum bestimmen, vom Elektron bis zu den Planeten. Er versuchte, die universellen Eigenschaften der Materie und der Energie in einer einzigen Gleichung oder Formel in einen Zusammenhang zu bringen, in was dann die vereinheitlichte Feldtheory genannt wurde. Dies stellte sich dann als fruchtlose Suche heraus, die den Rest seines Lebens einnahm. Einsteins Gleichgestellte waren allgemein recht früh einer Meinung, daß seine Suche dazu bestimmt war, fehlzuschagen, weil die sich schnell entwickelnde Quantentheorie ein Ungewißheits-Prinzip in allen Messungen der Bewegung von Teilchen entdeckte: die Bewegung eines einzelnen Teilchens konnte einfach nicht vorhergesagt werden, wegen einer grundsätzlichen Ungewißheit bei der gleichzeitigen Messung sowohl seiner Geschwindigkeit als auch seiner Position, was praktisch bedeutet, daß die Zukunft eines jeden physikalischen Systems auf der subatomaren Ebene nicht vorhergesagt werden kann. Während er die Genialität der Quantenmechanik voll erkannte, lehnte Einstein die Idee ab, daß diese Theorien absolut waren und hielt an seiner Theorie der allgemeinen Relativität als die angemessenere Basis für zukünftige Entdeckungen fest. Er wurde weithin zitiert in seinem Glauben an ein genau entwickeltes Universums: "Gott ist subtil, er ist aber nicht boshaft." In diesem Punkt trennte er sich von den meisten theoretischen Physikern. Der namhafte deutsche Quantentheoretiker Max Born, ein enger Freund von Einstein, sagte damals: "Viele von uns betrachten dies als eine Tragödie, sowohl für ihn, wie er seinen Weg ertastet in Einsamkeit, als für uns, die wir unseren Führer und Vorkämpfer vermissen." Diese Bewertung, und andere, die seine Arbeit im späteren Leben als weitgehend vergeudete Anstrengung erklären, wird das Urteil späterer Generationen erwarten müssen.

 

Als besuchender Professor an der Universität von Oxford 1931, verbrachte Einstein so viel Zeit, für Pazifismus einzutreten, wie er Wissenschaft diskutierte. Er ging so weit, die Gründung des Einstein-Kriegs-Widerständlers internationalen Fond zu autorisieren, um massiven öffentlichen Druck auf die Welt-Abrüstungs-Konferenz auszuüben, die in Genf im Februar 1932 geplant war. Als diese Gespräche untergingen, glaubte Einstein, daß seine Jahre Unterstützung des Weltfriedens und des menschlichen Verstehens nichts vollbracht hatten. Bitter enttäuscht, besuchte der Genf, um die Weltaufmerksamkeit auf diese "Farce"der Abrüstungs-Konferenz zu konzentrieren. In einem seltenen Augenblick des Wutes, erklärte Einstein einem Journalisten,

Sie {die Politiker und Staatsmänner} haben uns betrogen. Sie haben uns getäuscht.Hunderte von Millionen Menschen in Europa und in Amerika, Milliarden von Menschen noch nicht geboren, wurden und werden betrogen, Handel mit getrieben und hereingelegt, um ihr Leben und Gesundheit und Wohlergehen geprellt.

 

Niels Bohr, der große dänische Atomphysiker, brachte 1939 Nachricht zu Einstein, daß die deutsche Flüchtlings-Physikerin Lise Meitner das Uranium-Atom gespalten hatte, mit einem geringen Verlust der Gesamtmasse, die in Energie umgewandelt worden war. Meitners Experimente, in Kopenhagen durchgeführt, wurden von ähnlichen, obwohl weniger genauen, Experimenten Monate zuvor in Berlin von zwei deutschen Chemikern, Otto Hahn und Fritz Strassmann, angeregt getan. Bohr spekulierte, daß, wenn eine kontrollierte Kettenreaktion vollbracht werden könnte, Uranium-Atome zu spalten, eine gigantische Explosion die Folge sein würde. Einstein war skeptisch, doch Labor-Experimente in den Vereinigten Staaten zeigten die Möglichkeit der Idee. Mit einem europäischen Krieg als unmittelbar bevorstehend betrachtet und der Furcht, daß Nazi-Wissenschaftler eine solche "Bombe" zuerst bauen mögen, wurde Einstein von Kollegen überredet, einen Brief an Präsident Franklin D. Roosevelt zu schreiben, auf "Wachsamkeit und, falls nötig, schnelle Aktion" seitens der Vereinigten Staaten in Atombomber-Forschung zu drängen. Diese Empfehlung war der Anlaß des Anfangs des Manhattan-Projekts.

Obwohl er an der Arbeit von Los Alamos, New Mexico, nicht teilnahm, und nicht erfuhr, daß eine nukleare Kernspaltungs-Bombe gemach worden war, bis 1945 Hiroshima dem Erboden gleich gemacht wurde, wurde Einsteins Name nachdrücklich mit dem Ereignis des Atomzeitalters in Verbindung gebracht. Bereitwillig schloß er sich solchen Wissenschaftlern an, die Wege suchten, jede zukünftige Benutzung der Bombe zu verhindern, sein besonderer und drängender Appell war die Gründung einer Weltregierung unter einer Verfassung, die von den Vereinigten Staaten, Britannien, und Rußland entworfen wird. Mit dem Ansporn der atomaren Furcht, die die Welt verfolgte, sagte er, "Wir müssen nicht bloß bereit sein, sondern uns eifrig der bindenden Autorität unterwerfen, die für die Weltsicherheit nötig ist." Einmal mehr brandete Einsteins Name durch die Zeitungen. Briefe und Erklärungen stürzten aus seinem Princeton-Arbeitszimmer, und im öffentlichen Auge löste sich Einstein der Physiker in Einstein der Weltbürger auf, eine Art "großer alter Mann," der seine letzten Jahre widmete, Harmonie in die Welt zu bringen.

Während der Lebenszeit von Albert Einstein, war mir dieser Mann bekannt als dies: "Einsteins Name brandete durch die Zeitungen."

Und das, was über Albert Einstein durch die Zeitungen brandete, machte einen sehr schlechten Eindruck auf mich. Für mich war Albert Einstein eine höchst negative öffentliche Figur.

Das waren gewaltsame Zeiten, als ich in Europa lebte. Um diese gewaltsamen Zeiten einmal zu untersuchen, braucht man sich nur Geschichtskarten anzusehen. Die Grenzen der europäischen Länder änderten sich dauernd.

Am 8. April 1945 stand ich auf einer Straße, die den Namen "Adolf-Hitler-Straße" hatte und ich guckte nach Süden und dort erschienen Panzer, und sie waren nicht Hitlers Panzer, sonder amerikanische Panzer. Und der erste Panzer kam auf mich zu, rollte auf der Straße, und ich stand auf dem Bürgersteig und sah, wie dieser erste Panzer von rechts näher kam. Und die Vorderseite dieses Panzers war das Symbol der Grenzlinie zwischen diesen beiden Einflußsphären. Zur Linken war die von Hitler und zur Rechten die von Roosevelt. Und der Panzer bewegte sich an mir vorbei und fuhr weiter nach Norden und mit dem Panzer bewegte sich diese symbolische Grenzlinie und zur Linken wurde die Einflußsphäre von Hitler sichtlich kleiner und wurde zu Null und zur Rechten nahm die Einflußsphäre von Roosevelt zu und übernahm alles. Und gerade eine gute Woche davor hatte ich eine Reise beendet, die mich, Gott sein Dank, davor bewahrte, in die Einflußsphäre von Stalin zu gelangen.

Und ich hatte eine andere Erfahrung am 21. August 1968. Gerade vor ein paar Tagen hatte ich West-Berlin verlassen und war mit dem Flugzeug nach West-Deutschland gereist, um meinen Vater zu besuchen, und nun war ich zurück in West-Berlin, bereitete mich aber darauf vor, wieder nach West-Deutschland zu fliegen. Am 20. August 1968, also einen Tag zuvor, hatte ich einen Telefonanruf von meiner Mutter erhalten, in dem sie mir mitteilte, daß mein Vater gestorben war, und so machte ich am nächsten Morgen Vorbereitungen, zu meiner Mutter zu fahren und sie zu sehen. Wenn immer ich jedoch ein Flugzeug benutzte, um über das Gebiet zu fliegen, das zwischen West-Berlin und West-Deutschland war, also ein Gebiet, das von der Militärmacht der Sowjetunion besetzt war, hörte ich mir zuerst die Nachrichten im Radio an, um zu wissen, wie die jüngsten Änderungen der europäischen Grenzen waren, damit ich wußte, in welche Gebiete ich meinen Fuß setzen sollte, und in welche Gebiete ich es vermeiden sollte, meinen Fuß zu setzen, weil ich ein Mensch war, der es vorzog in Freiheit zu leben und nicht in der Sklaverei. Ich schaltet das Radio an und hörte mir die Nachrichten an. Die Nachrichten der letzten wenigen Wochen und Monaten waren gewesen, daß die Warschauer-Pakt-Staaten andauernde militärische Manöver in Ost-Europa durchführten und wir in West-Berlin befürchteten, daß diese Militäraktionen Vorbereitungen dafür sein könnten, West-Berlin anzugreifen und es zu erobern. Als ich also nun das Radio einschaltete und mit die Nachrichten anhörte, wurde diese Befürchtung bestätigt, doch war es nicht West-Berlin, das angegriffen und erobert wurde, sondern Prag. Nun ist Prag die Hauptstadt, die näher an Berlin ist, als alle anderen Hauptstädte, und das bedeutet, daß eine Veränderung der Grenzen, eine Veränderung der Grenzen der Einflußgebiete, recht nahe von Zuhause ist. Prag war damals die Hauptstadt eines Landes mit dem Namen Tschechoslowakei. Und das Land hatte es fertig gebracht, eine gewisse Freiheit von der Sklaverei der Sowjetunion zu erlangen, doch der 21. August 1968 machte dem ein Ende.

Also in Zentral-Europa zu leben, zu der Zeit, als Albert Einstein noch am Leben war, war gefährlich für Menschen, die keine Sklavenmentalität hatten. Und jemand wie Albert Einstein, der mit seiner politischen Aktivität die Interessen der Sowjetunion unterstützte, indem er den westlichen Ländern abriet, sich darauf vorzubereiten, sich gegen einen Angriff der Warschauer-Pakt-Staaten zu verteidigen, wurde als Feind angesehen oder zumindest als nützlicher Idiot von Stalin.

 

 

Dieses ist das Ende von "Astronomische Frage und Antwort 272"
Zur englischen Version dieses Kapitels: Astronomical question and answer 272

 

 

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