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Astronomische Frage und Antwort 254

 

Frank L. Preuss

 

Wann geht die Sonne zur gleichen Zeit unter, wenn der der Mond aufgeht?

 

Bei Vollmond.

Heute ist Vollmond und die Sonne bereitet sich schon auf den Untergang vor.

Ich habe mir die Uhrzeiten für den Sonnenuntergang und auch für den Mondaufgang herausgesucht. Der Mondaufgang ist eine Viertel Stunde nach Sonnenuntergang.

Das sind also zwei Naturschauspiele die zur gleichen Zeit stattfinfden.

Ich sitze also hier an meinem Computer und kann von diesem Platz aus die Sonne sehen. Ich habe gerade zu ihr hingesehen und das Ergebnis war, daß ich nun Probleme habe, den Bildschirm zu sehen.

Der Himmel ist relativ frei von Wolken. Es ist etwas diesig und wird wohl einen schönen Sonnenuntergang geben.

Meine Sicht auf den Mondaufgang wird durch einen Wohnblock blockiert und ich erwarte den Mond so etwa zwei Stunden nach Mondaufgang über dem Block aufgehen zu sehen.

Wenn man sich mit diesen Daten beschäftigt, wird es leichter, Gestirnspositionen vorauszusagen.

Ich habe jetzt mal aus dem Fenster gesehen, das nach Osten geht. Über dem Wohnblock ist die Sicht nicht anders, wie nach Westen, teilweise bewölkt.

Die interessante Sache heute ist, daß es nur 4 Tage bis zur Sonnenwende sind. Vollmond ist also dicht an dem Zeitpunkt, wo die Sonne auf ihrem Weg entlang dem Horizont, dort wo sie morgens aufgeht, und wo sie abends untergeht, sich sehr langsam fortbewegt. Und das bedeutet, daß die Uhrzeiten ihres Auf- und Untergangs sich von Tag zu Tag kaum unterscheiden. Und der horizontale Winkel zur Nordrichtung ändert sich praktisch überhaupt nicht.

Aus der Erfahrung der letzten Jahre weiß ich, wo die Sonne untergehen wird. Es ist der Punkt des Sonnenuntergangs am Horizont, der am meisten von der Westrichtung abweicht.

Wenn ich den vertikalen Winkel messe, den die Sonnenlaufbahn bis zum Untergang einnehmen wird, dann entspricht dieser Winkel dem Winkel meines Breitengrades.

Ich habe jetzt gerade den Winkel gemessen. Das ist nicht so einfach, weil man in Sonne gucken muß. Aber die Sonne wird um so schwächer, je mehr es dem Horizont zugeht.

Wenn man weiß, wo die Sonne untergehen wird, kann man also diesen Winkel direkt messen, man baucht nicht den Schatten irgendwo zu plotten.

Ich habe es versäumt, heute Morgen den Monduntergang, den Vollmonduntergang, zu beobachten, und dann von meinem Fenster, nach Westen hin, vor meine Tür, nach Osten hin, zu gehen, und dann, 10 Minuten später den Sonnenaufgang zu erleben.

Den Sonnenaufgang habe ich nur erlebt, an den Monduntergang habe ich nicht gedacht. So ein relativ seltenes Naturereignis, wie einen Monduntergang und einen Sonnenaufgang zur gleichen Zeit zu erleben, habe ich also verpaßt. Ich hätte mir wohl mehr bewußt sein sollen, daß es stattfinden wird, um dann ganz gezielt zu beobachten. Auch hatte ich Glück insoweit, daß im Westen wie im Osten klarer Himmel war. Und auch, daß ich von da aus, wo ich wohne, den westlichen als auch den östlichen Horizont sehen kann. Und dann kommt auch noch die Jahreszeit hinzu, daß ich nur zu dieser Jahreszeit den Horizont im Osten sehen, wo die Sonne aufgeht.

Da war eine dünne Wolkenschicht über dem Horizont und ich erwartete, die Sonne erst dann zu sehen, wenn sie über diesen Wolken erscheint. Dann sah ich sie aber doch direkt über dem Meer aufgehen, aber verschleiert. Das waren also keine Wolken, sondern eine diesige Schicht.

Den Sonnenaufgang kann ich sehen, aber nicht den Mondaufgang. Da sind etwa 45 Grad Unterschied. Bei Neumond ist dieser Unterschied Null Grad. Da kann man also sehen, wie innerhalb von 2 Wochen, die Bahn des Mondes von der der Sonne abweicht.

Ich habe mir jetzt gerade den Sonnenuntergang angesehen. Der Himmel ist fast wolkenlos. Die Sonne ging genau genau dort unter, wo ich es erwartet hatte.

Es ist jetzt eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang und der Horizont ist blut-rot in der Gegend der Stelle, wo die Sonne unterging.

Es ist jetzt vier Stunden nach Sonnenuntergang und nach Mondaufgang und ich war vor der Tür und der Vollmond steht im Osten hoch am Himmel, weit über dem Gebäude, und auch dort wo ich ihn erwartet habe.

Ich bin jetzt wieder draußen gewesen. Der Himmel scheint wolkenlos zu sein. Ich sah zwei Sterne und dazwischen den vollen Mond, fast direkt über mir. Die Zeit ist nach Mitternacht.

Es ist jetzt eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang und eine gute Stunde vor Monduntergang. Die Morgendämmerung hat im Osten begonnen und im Westen steht der Mond noch relative hoch am Himmel. Der Himmel scheint wolkenlos zu sein.

Der Himmel im Westen ist noch so gut wie völlig schwarz, beginnt aber nun ins blaue überzugehen, und ich erwarte den Wechsel des Mondes von einem Mond, den man in der Nacht sieht, und einen, den man am Tage sieht.

Ich habe also jetzt doch noch die Gelegenheit, einen Sonnenaufgang und einen Mondaufgang zur gleichen Zeit zu erleben.

Der Mond ist eine strahlende gelbe Scheibe am Himmel. Der Mondrand ist klar sichtbar und auch die Mondflecken. Es ist jetzt einen Tag nach Vollmond, also abnehmender Mond, aber vom Abnehmen kann ich nichts sehen.

Die Morgenröte ist jetzt sichtbar, besonders an einigen diesigen Stellen, auch im Westen. Der Horizont im Osten hat eine Wolkenschicht, aber es wird wohl wieder nur Diesigkeit sein.

Es ist jetzte fünf Minuten vor Sonnenaufgang, und ich will mal sehen, ob die Zeit, die die astronomische Tabelle für die Uhrzeit des Sonnenaufgangs gibt, mit dem wirklichen Sonnenaufgang übereinstimmt.

Da gibt es keinen Farbunterschied zwischen dem Meer und dem Himmel, ich weiß aber wo der Horizont ist, von Gebäuden, die ich als Markierungspunkte nehme.

Die Sonne ist jetzt aufgegangen, aber 3 Minuten nach der gegebenen Zeit und auch etwas höher als der Horizont. Es waren also doch Wolken, und keine diesige Schicht.

Die Sonne steht jetzt voll über dem Horizont. Es ist ein beeindruckendes Bild.

Der Mond hat sich plötzlich von einer gelben Farbe zu einem Weiß-Grau geändert. Nur noch ein bißchen Gelb ist übriggeblieben. Der Himmel ist schon fast völlig blau.

Die Zeit vergeht so schnell, daß man gar nicht genug davon hat, die Einzelheiten der Veränderungen mitzukriegen.

Der Mond ist jetzt noch gut zu sehen, aber je mehr es dem Horizont zugeht, je diesiger wird es.

Es ist jetzt mehr als 10 Minuten nach dem theoretischen Sonnenaufgang.

Der Himmle ist jetzt blau und wolkenlos, aber dort, wo der Mond ist, gut überm Horizont, ist es nur ein Grau, der Mond hebt sich aber davon ab, mit seinem Weiß-Grau.

Es ist jetzt eine halbe Stunde vor Monduntergang.

Der Mond nimmt jetzt mehr und mehr das gleiche Grau an, das seine Umgebung hat.

Die Sonne ist jetzt der Mittelpunkt eines riesigen Strahlenkranzes und den Mond muß man jetz schon suchen.

Es ist jetzt 20 Minuten vor Monduntergang und ich zweifle, daß ich den Monduntergang mitbekommen werde, und die Untergangszeit mit der der Tafel vergleichen kann. Der Mond ist jetzt nur noch sichtbar für jemand, der ziemlich genau weiß, wo er ihn finden kann.

Ich habe jetzt wieder zum Mond hingeguckt, und absichtlich nicht vorher in die Sonne gesehen, damit ich nicht geblendet werde, aber der Mond wird wohl in den nächsten paar Minuten nicht mehr zu sehen sein.

Es ist jetzt 11 Minuten vor dem theoretischen Monduntergang, aber der Mond ist nicht mehr sichtbar, es ist zu diesig.

Der horizontale Winkel, den die astronomische Tafel für den Ort des Mondunterganges angibt, stimmt so ungefähr mit dem geschätzten Winkel überein. Den vertikalen Winkel des Verlaufs der Mondbahn am Himmel habe ich nicht gemessen, da ich den Ort des Mondunterganges nicht kannte.

Ich habe jetzt den vertikalen Winkel des Verlauf der Sonnenbahn gemessen, was gut machbar war, da ich noch in die Sonne gucken kann und auch die Stelle am Horizont weiß, wo die Sonne aufgegangen war, und dieser Winkel stimmt mit dem Winkel meines Breitengrades überein.

Heute sind es drei Tage vor Sonnenwende und damit ist der Ort des Sonnenaufgangs so ziemlich genau der Ort am Horizont, der am weitesten weg ist von dem Ort, an dem die Sonne zur Tagundnachtgleiche aufgeht, Osten. Die astronomische Tafel zeigt sogar an, daß der heutige Tag schon in den Bereich der Tage fällt, wo die Abweichung ein Maximum hat, und das für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Für Monduntergang und für Mondaufgang ist sogar der heutige Tag, der Tag, an dem der Mond am meisten von der Sonnenumlaufbahn abweicht, wo die horizontalen Winkel des Untergangs und des Aufgangs am Horizont die größte Abweichung von der Sonnenbahn anzeigen. Bei Neumond stimmen die Punkte des Untergangs und des Aufgangs mit denen der Sonne überein.

 

 

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